Iselin, Träume eines Menschenfreundes
Iselin, Träume eines Menschenfreundes
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(Iselin, Isaak). Träume eines Menschenfreundes. Erster (und) zweyter Theil 2 Bände. Karlsruhe, Christian Gottlieb Schmieder 1784. 8°. XVI, 288 S.; [2] Bl., 369 S. mit 1 gefalt. Tabelle in Band I. Halblederbände der Zeit mit jeweils 2 goldgepr. Rückenschildern und Rückenvergoldung. (Sammlung der besten deutschen prosaischen Schriftsteller und Dichter, 140. und 141. Theil). Goed. IV, 1, 478, 14. Goldsmith 11382. Humpert 12691. NDB X, 188 f. Palgrave II, 459. VD18 80203159 und 80203167. – Zweite Ausgabe der zuerst 1776 unter diesem Titel erschienenen neuen Ausgabe des 1772 veröffentlichten Werks „Versuch über die gesellige Ordnung“, einer „sozialphilosophisch-ökonomischen Untersuchung über die alles entscheidende Frage des Menschen: die nach seiner Glückseligkeit.“ – Der Schweizer Geschichtsphilosoph und sozialpolitischer Publizist Isaak Iselin (1728-1782) „gehört zu den ersten Theoretikern der Ethnologie – wird die Geschichte als fortschreitende Entwicklung des Menschen zur Humanität dargestellt. Mit Voltaire (1765) und Ferguson (1766) begründet I. damit die geschichtsphilosophische Sicht der späteren Aufklärung. Er galt von nun an als einer der führenden Publizisten im deutschen Sprachbereich. … Zu Beginn der 70er Jahre hatte er im Agroliberalismus der franz. Physiokraten die Bestätigung eigener ökonomischer Überzeugungen gewonnen. Er hoffte, mit dem „Versuch über die gesellige Ordnung“ (1772) diese Lehre im deutschen Sprachraum bekannt machen zu können. Darum zog er auch J. A. Schlettwein 1776/77 nach Basel. Mit Dupont und Le Trosne stand er in persönlicher Verbindung. Um die physiokratischen Ideen und weitere pädagogische, religiöse und sozialpolitische Reformen in ein breiteres Publikum zu tragen, gab er in Anlehnung an das Modell der physiokratischen „Ephémérides du citoyen“ die „Ephemeriden der Menschheit“ (1776-78, 1780-82, weitergef. v. W. G. Becker bis 1786) heraus, welche bald zu den führenden deuschsprachigen Zeitschriften gehörten. Eine Zusammenfassung und Neubearbeitung seiner wichtigsten Publikationen bilden die „Träume eines Menschenfreundes“ (1776, ²1784). Auch wenn I. noch das Scheitern der physiokratischen und der philanthropinischen Bewegungen miterleben mußte, blieben doch seine freiheitlichen Konzeptionen nicht ohne Wirkung auf die vorrevolutionäre Epoche“ (U. Im Hof in NDB). – Stellenweise etwas braunfleckig, schönes dekorativ gebundenes Exemplar.
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