NEUER E-KATALOG: Neueingänge Oktober 2026 – Wir stellen aus: Polycopies Photobook-Fair, Paris, Bateau Concorde-Atlantique – Port de Solferino, 11.-15. November 2026, [http://www.polycopies.net/] – Gemeinschaftskatalog zusammen mit Antiquariat Norbert Knöll, Lüneburg: POPKULTUR / POP CULTURE Bücher, Fotografien, Schallplatten und Graphik. – PHOTOGRAPHIE / PHOTOGRAPHY – wichtige Fotobücher von 1839 bis heute, darunter zahlreiche Widmungsexemplare und Bücher mit Orig.-Photographien (kann unter „Aktuelle Kataloge“ abgerufen werden). – Außerdem finden Sie Beiträge von uns im virtuellen „Schaufenster“ des Verbandes Deutscher Antiquare (VDA) [https://schaufenster.antiquare.de/trefferliste.php?ID=22] (oder über „Links“ VDA) – Versandkosten ins Ausland auf Anfrage. – Besuchen Sie uns in unserem neuen Ladengeschäft in der Kaiserstrasse 99 in Karlsruhe (Mo.-Fr. 11-18 Uhr, Sam. 11-16 Uhr) mit einer reichen Auswahl seltener und schöner Bücher aus allen Gebieten, Graphik und Photographien. – Instagram: rarebookskarlsruhe – NEW E-CATALOGUE: New arrivals October 2026 – We are exhibiting at: Polycopies Photobook Fair, Paris, Bateau Concorde-Atlantique – Port de Solferino, 11–15 November 2026, http://www.polycopies.net/ – Joint catalogue with Antiquariat Norbert Knöll, Lüneburg: POP CULTURE – books, photographs, records and prints. – PHOTOGRAPHY – important photobooks from 1839 to the present day, including numerous signed copies and books containing original photographs (available under ‘Aktuelle Kataloge’). – You will also find our listings in the virtual ‘shop window’ of the Association of German Antiquarian Booksellers (VDA) at https://schaufenster.antiquare.de/trefferliste.php?ID=22 (or via the ‘Links’ section on the VDA website) – postage costs for international orders available on request. – Visit us at our new shop at Kaiserstrasse 99 in Karlsruhe (Mon–Fri 11am–6pm, Sat 11am–4pm), where you’ll find a rich selection of rare and beautiful books from all subject areas, as well as prints and photographs. – Instagram: rarebookskarlsruhe

Berlin

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Beschreibung
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1 Corrinth, Curt (eig. Conrad Albert Ferdinand C.). Gift. Roman. Berlin, BUDEJU (Buchverlag der Junggesellen) (1923). 4° (30 x 23 cm.). 32 S. Farbig illustr. Orig.-Broschurumschlag.

W.-G.² 13. Nicht bei Raabe und Hayn/Gotendorf. – Trotz der eventuell fingierten Titelangabe „Auflage 30000 Exemplare“, äußerst seltener Kurzroman. Typisch expressionistisches, rauschhaft-ekstatisches Werk von Curt Corrinth (1894-1960); ein Paradebeispiel für die Berliner Asphaltliteratur der Inflationszeit. Der Roman „Gift“ markiert den Übergang vom späten Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit sowie die zunehmende Kommerzialisierung der literarischen Erotik in der Weimarer Republik. In den frühen 1920er Jahren florierte in Berlin eine ganz eigene Subgattung der urbanen Literatur, die Rauschgift, moralischen Verfall, sexuelle Befreiung und das flirrende Nachtleben der Metropole thematisierte (prominente Parallelen finden sich etwa bei Leo Perutz, Mynona oder in den berüchtigten Texten von Anita Berber). Corrinth nutzt das Motiv „Gift“ meist doppelbödig: Es steht sowohl für reale Rauschmittel als auch metaphorisch für das „lähmende Gift“ der bürgerlichen Spießermoral, das durch ekstatische Lebenseinstellungen überwunden werden muss. Während Corrinths Hauptwerk „Potsdamer Platz“ (1919) noch von reinem expressionistischem Pathos, abgehacktem Telegrammstil und kosmischen Visionen geprägt war, zeigen seine um 1923/1924 entstandenen Kurzromane (wie auch „Trieb“ oder „Bordell“) bereits kühlere, zynischere und „sachlichere“ Züge, die typisch für das Berliner Lebensgefühl der beginnenden Stabilisierungsphase waren. – „Corrinth besitzt die seltene Gabe, das Tempo der Berliner Friedrichstadt in Sprache zu gießen. Seine Figuren leben im permanenten Delirium; sie suchen den Exzess, um der furchtbaren Nüchternheit unserer Tage zu entkommen. Das ist kein sanftes Dichten, das ist ein literarischer Amoklauf“ (Stefan Großmann, „Tage-Buch“ 1922). – „Der Expressionismus Corrinthscher Prägung hat sich von den kosmischen Idealen abgewandt und ist ganz Fleisch geworden. Seine neuen kleinen Romane sind erotische Kabinettstücke – psychologisch scharf, mitunter zynisch, immer getrieben von der Sehnsucht nach dem totalen Rausch in einer sterbenden Epoche“ (Vossische Zeitung 1923). – Die Umschlagillustration eines anonymen Künstlers zeigt eine rothaarige Frau inmitten einer geschwungenen fast psychedelisch anmutenden Blütenform. – Der Kunsthistoriker und Modejournalist Freiherr Hermann Marten v. Eelking (1887–1970) gründete in den frühen 1920er Jahren in Berlin den „Buchverlag der Jungesellen“ und war auch Herausgeber der wöchentlich erscheinenden, illustrierten Zeitschrift „Der Junggeselle“. – Von leichten Altersspuren abgesehen, sehr gut erhalten.
Despite the possibly fictitious statement on the title page ‘Print run: 30,000 copies’, this is an extremely rare novella. A typically Expressionist, intoxicatingly ecstatic work by Curt Corrinth (1894–1960); a prime example of Berlin ‘asphalt literature’ from the period of hyperinflation. The novel *Gift* marks the transition from late Expressionism to New Objectivity, as well as the increasing commercialisation of literary eroticism in the Weimar Republic. In the early 1920s, a distinct subgenre of urban literature flourished in Berlin, focusing on narcotics, moral decay, sexual liberation and the glittering nightlife of the metropolis (prominent parallels can be found, for example, in the works of Leo Perutz, Mynona or in the notorious writings of Anita Berber). Corrinth usually employs the motif of ‘poison’ in an ambiguous way: it stands both for actual intoxicants and, metaphorically, for the ‘paralysing poison’ of bourgeois narrow-minded morality, which must be overcome through ecstatic attitudes to life. Whilst Corrinth’s magnum opus *Potsdamer Platz* (1919) was still characterised by pure Expressionist pathos, a choppy, telegraphic style and cosmic visions, his short novels written around 1923–1924 (such as *Trieb* and *Bordell*) already display cooler, more cynical and ‘more objective’ traits, which were typical of the Berlin way of life during the early stabilisation phase. – “Corrinth possesses the rare gift of capturing the pace of Berlin’s Friedrichstadt in language. His characters live in a state of perpetual delirium; they seek excess in order to escape the dreadful sobriety of our times. This is no gentle poetry; it is a literary rampage” (Stefan Großmann, *Tage-Buch*, 1922). – “Corrinth’s brand of Expressionism has turned its back on cosmic ideals and become entirely flesh. His new short novels are erotic masterpieces – psychologically incisive, at times cynical, always driven by a longing for total intoxication in a dying era” (Vossische Zeitung, 1923). – The cover illustration by an anonymous artist depicts a red-haired woman amidst a curving, almost psychedelic-looking floral form. – The art historian and fashion journalist Baron Hermann Marten von Eelking (1887–1970) founded the ‘Buchverlag der Jungesellen’ publishing house in Berlin in the early 1920s and was also the editor of the weekly illustrated magazine *Der Junggeselle*. – Apart from some slight signs of age, in very good condition.

Schlagwörter: Avantgarde, Berlin, Dada, Erotica, Expressionisme, Expressionismus, Weimarer Republik

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800,--  Bestellen
1 Puhlmann, Gerhard, (Max Ittenbach) u. a. Die Stalinallee. Nationales Aufbauprogramm 1952. Berlin, Verlag der Nation (1952). Folio (34,5 x 25 cm.). [102] Bl. mit 286 Abbildungen, 3 Fotomontagen und Illustrationen. Orig.-Halbleinenband.

Parr/Badger I, 182. – Erste Ausgabe des seltenen Propaganda-Fotobuchs über die Berliner Prachtstraße. – Das Werk „sollte einen Beitrag dazu leisten, die Überlegenheit des Sozialismus darzustellen und zeigen, wie der sozialistische Staat für die Arbeiterklasse sorgt, indem großzügig anspruchsvolle Wohnungen gebaut werden. Das Entstehen der Straße sollte ursprünglich nur filmdokumentarisch begleitet werden. Da Gerhard Puhlmann aber den Architekten Professor Hermann Henselmann persönlich kannte, verantwortlich für die Wohnbebauung am Strausberger Platz und den ersten Abschnitt der Stalinallee, sicherte er sich den Auftrag für die fotografische Begleitung des gesamten Bauvorhabens und konnte so die ganze Bandbreite seines Könnens auf brillante Weise unter Beweis stellen. Die hohe Qualität von Puhlmanns Arbeit an diesem Projekt wurde geehrt mit dem Nationalpreis 1. Klasse, verbunden mit einem Geldpreis von 100.000 Mark. 1953 betrug das durchschnittliche Monatseinkommen in der DDR laut Rententabelle 324 Mark“ (Zu einer Neuausgabe im Berlin Story Verlag 2022). – „Propaganda-Fotobücher gibt es in allen Formen, Größen und Ideologien. Manchmal erzählen sie Halbwahrheiten, manchmal lügen sie unverhohlen, manchmal sind sie so sachlich wie Unternehmensberichte. Gerhard Puhlmanns fotografische Dokumentation des viel gepriesenen Wiederaufbauprojekts der DDR gehört zwar eindeutig zur letzteren Kategorie, den harmlosesten Propagandabüchern, lobt aber dennoch eindeutig die Vorzüge des Vorhabens. Die Stalinallee, die 1961 (als Stalins Name in Ungnade fiel) in Frankfurter Allee und Karl-Marx-Allee umbenannt wurde, war das wichtigste städtebauliche Projekt, das in Ost-Berlin durchgeführt wurde. Dieser riesige, 75 bis 80 Meter breite Ost-West-Boulevard endete am Alexanderplatz, dem Zentrum des sowjetisch besetzten Berlins. Entworfen von einem Team unter der Leitung des ostdeutschen Architekten Heinrich Henselmann, war es ein äußerst ehrgeiziges Projekt, dessen erste Phase in Puhlmanns Buch liebevoll dokumentiert wurde“ (M. Parr). – Deckel etwas angestaubt, gutes sauberes Exemplar.
First edition of the rare propaganda photo book about Berlin’s magnificent boulevard. – „Propaganda photobooks come in all shapes, sizes and ideologies. Sometimes they tell half-truths; sometimes they lie outright; sometimes they are as factual as company reports. Gerhard Puhlmann’s photographic record of East Germany’s most trumpeted reconstruction initiative, whilst clearly extolling the virtues of the enterprise, is in the latter category, the most benign of propaganda books. The Stalinallee, which was renamed the Frankfurter Alee and the Karl-Marx Allee in 1961 (when Stalin’s name fell from grace), was the most important townplanning project to be carried out in East Berlin. This vast east-west boulevard, 75 to 80 metres wide, ende d at the Alexanderplatz, the centre of Soviet-occupied Berlin. Designed by a team under the East German architect Heinrich Henselmann, it was an enormously ambitious scheme, the first phase of which was lovingly documented in Puhlmann’s book“ (M. Parr). – The cover is slightly dusty, but it is a good, clean copy.

Schlagwörter: Berlin, Propaganda, Städtebau

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280,--  Bestellen
1 Langer, Jason. Berlin. (Text Bill Kouwenhoven, Shelly Kupferberg, Jason Langer. Translation Steve Anderson (Shelly Kupferberg essay). Design Matthew Papa). Bielefeld, Berlin, Kerber Verlag (2022). Gr.-4° (33 x 28 cm.). 176 S. mit 140 Duotone-Tafeln. Illustr. Orig.-Pappband mit illustr. Schutzumschlag. (Kerber photo).

Erste Ausgabe. – Von J. Langer auf dem Widmungsblatt signiert. – „Jason Langer (*1967) lived on a kibbutz in Israel from the age of six to eleven, formative years which have shaped him to this day, so when he was invited to Berlin in 2008 to photograph the city, he met the suggestion with trepidation. Associating the German capital with its 20th century atrocities, he saw it as a cold, unfriendly place. Even so he accepted, and from 2009-2013 he explored the city mostly on foot, with two film cameras and black and white film. He photographed Berlin with an eye towards places where Jewish people were deported or killed but also took it as an opportunity to confront and update his preconceived notions and find a new narrative of contemporary Germany and the German people. Photographing the streets, people he met on the way, and acquaintances who grew to be friends, he tracked traces of the Holocaust, the Cold War, and imagined the freedom and creative expression of the roaring ’20s. An individual portrait of Berlin, the past and the present, captured in stunning black and white photography 140 b/w illustrations An individual portrait in black and white of Berlin, past and present, by photographer Jason Langer“ (Kerber Verlag). – Sehr gutes Exemplar.

Schlagwörter: Berlin, Signierte Bücher

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150,--  Bestellen
1 Graeser, Erdmann. Der Kandidat des Lebens. Roman einer Jugend. 26.-40. Tausend. Berlin, Wien, Verlag Ullstein & Co. 1918. 8°. 377, (7) S. Orig.-Leinenband mit farbig illustr. Schutzumschlag. (Ullsteins 3 Mark-Romane, Band 56).

Seltener Unterhaltungsroman des Berliner Schriftstellers E. Graeser (1870-1937). – Graeser, der mit seinem ersten Roman Lemkes sel. Witwe (1907, 1928 verfilmt) berühmt wurde, thematisierte in seinen Unterhaltungsromanen die Lebenswelt der „kleinen Leute“ im Berlin seiner Zeit und legte dabei auch großen Wert auf den Berliner Dialekt. Seine Romane wurden später auch für Hörfunk und Fernsehen bearbeitet“ (Wikipedia). – Der seltene Schutzumschlag im oberen und unteren Rand mit Tesafilm geklebt, sonst gut erhalten.

Schlagwörter: Berlin, Trivialliteratur, Trivialroman

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40,--  Bestellen
1 Leyon, Bernd. Berlin on Vinyl. Der Blick auf die Stadt über Schallplattencover. 1. Aufl. Berlin, Bernd Leyon 2014. Quer-4°. 144 S. mit zahlr. farb. Abb. Farb. illustr. OPbd.

Neuwertiges Exemplar, originalverschweißt.

Schlagwörter: Berlin, Cover, Pop music, Pop-Kultur, Schallplatten, Schallplatten Cover, Vinyl

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80,--  Bestellen
1 Zur Westen, Walter v. Berlins graphische Gelegenheitskunst. 2 Bände. Berlin, Otto v. Holten 1912. 4°. [2] w. Bl., [7] Bl., 199 S., [1] Bl.; [2] w. Bl., [5] Bl., 183 S., [1] Bl. mit Titel in Rot und Schwarz und 113 teils montierten Abbildungen und 1 Holzschnitt, 6 Radierungen, 12 Lithographien und 1 Prägedruck nach Hans Baluschek, Franz v. Bayros, Ludwig Burger, Daniel Chodowiecki, Fidus, Max Klinger, Max Liebermann, Adolph Menzel, Max Slevogt u. a. Orig.-Halbpergamentbände mit goldgepr. Rückentiteln und Rückenvergoldung (Entwurf: E. Doepler).

Eines von 350 num. Exemplaren (Gesamtauflage). Der schöne Druck auf kräftigem Velin von Otto v. Holten. – I. Berliner Exlibris, Besuchskarten, Privatanzeigen, Glückwunschkarten, Notentitel, Reklamekunst in Vergangenheit und Gegenwart. – II. Berliner Festkarten in Vergangenheit und Gegenwart. – Sehr gutes Exemplar.

Schlagwörter: Berlin, Bookplates, German, Cartes de visite, Ex-libris allemands, Exlibris, Gebrauchsgraphik, Jugendstil, Nummerierte Bücher, Reklame, Visiting cards, Werbung

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320,--  Bestellen
1 Boltanski, Christian, Christiane Büchner u. Andreas Fischer. La maison manquante. – The missing house. Paris, La Hune (1992). Folio (33,5 x 24,5 cm.). 7 Mappen und 1 Umschlag mit Faksimiles und 4 (2 farbige) Orig.-Photographien. Orig.-Pappkassette mit Deckelschild.

Nr. 68 von 100 num. Exemplaren (GA 120 Exemplare). Im Druckvermerk von C. Boltanski signiert. – „À Berlin, au 15, Grosse-Hamburger-Strasse, il y a une maison assez bien conservée, avec en son centre une petite cour bordée par deux bâtiments portant au-dessus de leur porte d entrée les lettres A et C peintes en noir. Le bâtiment B à disparu dans un bombardement un jour de février 1945: à sa place il y a un vide. Nous avons voulu rechercher ceux qui ont vécu là, entre 1930 et 1945, aujourd hui ils sont presque tous morts: d’abord les habitants juifs déportés et exterminés, puis ceux qui occupèrent leurs appartements réquisitionnés enfouis sous les bombes. Mais la mémoire reste, et chaque lieu chaque histoire devient exemplaire“ (C. Boltanski). – Anlässlich der Ausstellung „Die Endlichkeit der Freiheit“, Berlin 1990, entstand das Werk „The Missing House“. Dabei suchte er als Ort für seine Erinnerungsarbeit die Große Hamburger Straße 15/16. Boltanski und seine Mitarbeiter bemühten sich, diesen Raum als Stätte der Erinnerung und gleichzeitig als poetischen Ort zu konstruieren; dabei wurden durch intensive Recherche lebende und papierne Zeugen gesucht und gefunden, so z.B. Photoalben, Adressbücher, Interviewabschriften, Originalphotos, Postkarten und andere Fundstücke, die in einem „Museum“ in Glasvitrinen gezeigt wurden. In dieser Kassette zusammengefaßt sind diese unzähligen Dokumente und Fotos, die als aufwendige Faksimiles Authentizität beweisen. – „In der erinnerten Erinnerung der privaten Photos tritt eine neue Bedeutung in Erscheinung: die Verquickung von Privatem und Politischem, hatten doch die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges ihre Voraussetzungen und Auswirkungen im Leben jedes einzelnen Deutschen. Obwohl die Bilder vom familiären Glück, vermeintlich sorgenfrei“, diesen Zusammenhang gerne verdrängen, deckt Boltanski ihn doch allein durch die Reproduktion und Präsentation der Bilder auf“ (H. Dickel zu „Sans-Souci“ Köln 1991). – Christian Boltanski (1944-2021) „was a conceptual artist. He had become known for his installations of memory inventories, which often take almost monumental proportionss. In 1972, 1977, and 1987 he participated at documenta 5,6 and 8. In 2011 he represented France at the Venice Biennale. He lived with his wife Annette Messager in Malakoff near Paris“ (kunstaspekte(dot)de). – Tadellos.

Schlagwörter: Artists’ books, Berlin, Concept-art, Edition de luxe, Konzeptkunst, Künstlerbuch, Nummerierte Bücher, Signierte Bücher, Vorzugsausgaben

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5.000,--  Bestellen
1 Ruetz, Michael. Fotos. (Katalog zur Ausstellung in der Galerie Mikro Berlin, Dezember 1969 – Januar 1970]. Ottersweiler, B & K Offsetdruck 1969. Folio (42 x 30 cm.). [16] Bl. (inkl. Umschlag) mit ca. 50 teils doppelblattgr. Abb. Heftstreifen in Orig.-Pappkassette mit kreisrund ausgestanztem Deckelfenster.

Heidtmann 20156. Koetzle 383 f. – Von M. Ruetz auf S. 3 signiert. – Erste selbständige Veröffentlichung des „Bildchronist(en) der deutschen Studentenbewegung um 1968“ (H.-M. Koetzle). – „Michael Ruetz’ bilder sind zugleich Denk- und Anschauungsbilder, sinnfällige Demonstrationen dessen, was Rudolf Arnheim als ‚anschauliches Denken‘ begreift. – Der große van Eyck steht am Anfang der Sehschule, die sich in der Fotografie vollendet hat. Michael Ruetz indessen schlägt die Brücke zu Seherfahrungen, die sich noch niemand so recht vorzustellen vermag. – Vergleichbar ist sein Projekt TIMESCAPE in Anspruch und Ausmaß nur dem künstlerischen Werk von Hanne Darboven“ (K. Honnef in Koetzle). – Sehr gutes Exemplar.

Schlagwörter: Berlin, Reportage-Photographie, Signierte Bücher, Studentenbewegung

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120,--  Bestellen
1 Berliner Kalender, auf das Gemein Jahr 1837. Berlin, Königl. Preuss. Kalender Deputation (1836). 12° (12,5 x 10,5 cm.). 12 Bl., 296, 100, 88 S. mit gestoch. Titel u. 13 Stahlstich-Tafeln. Bindgepr. OPbd. mit Goldschnitt.

Köhring 68. Lanckoronska-Rümann 17. – U. a. mit Ansichten von Stralsund, Stettin, Cammin, Arcona. – Textbeiträge: Barthold, Geschichte von Pommern und Rügen; Stieglitz, Wandergrüße; Genealogie, Postcourse. – Einband berieben, Heftung teils gelockert, stellenweise braunfleckig, sonst gut erhalten.

Schlagwörter: Almanache, Taschenbücher, Kalender, Berlin, Ostpreussen, Ostsee, Pommern, Preussen, Rügen

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120,--  Bestellen
1 Rellstab, Ludwig. Berlin und seine nächsten Umgebungen in malerischen Originalansichten. Historisch-topographisch beschrieben. Darmstadt, Lange 1852. Gr.-8°. Gestoch. Frontispiz, gestoch. illustr. Titel, 152 S. u. 32 (statt 30) Stahlstich-Ansichten. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel u. Linienverg.

Berlin-Bibliographie 63 (verz. für diese Ausgabe nur 30 Ansichten). Engelmann I, 346. – Eines der schönsten Ansichtenwerke des 19. Jahrhunderts nach der Arbeit Spikers. Hier mit zwei zusätzlichen Ansichten: „Das Marmorpalais zu Sanssouci“ und „Der Hamburger Eisenbahnhof in Berlin“. Außerdem liegt noch 1 handkol. Lithographie „Das Industrie-Gebaeude in Berlin“ (Nürnberg, Renner & Schuster um 1840) bei. – Einband etwas berieben, eine Tafel (″Der Gendarmen-Markt“) lose, fleckig und mit Randläsuren, wenige Tafeln etwas fleckig, sonst gut erhalten.

Schlagwörter: Ansichten, Ansichtenwerke, Berlin, Ortsgeschichte, Vedute

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450,--  Bestellen
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