NEUER E-KATALOG: Neueingänge Juni 2026 – Wir stellen aus: Rare Book Week Berlin. Internationale Messe für Bücher & Graphik 18.-20. September 2026, Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10717 Berlin, https://rarebookweek.berlin – Gemeinschaftskatalog zusammen mit Antiquariat Norbert Knöll, Lüneburg: POPKULTUR / POP CULTURE Bücher, Fotografien, Schallplatten und Graphik. (Print-Katalog bitte anfordern) – PHOTOGRAPHIE / PHOTOGRAPHY – wichtige Fotobücher von 1839 bis heute, darunter zahlreiche Widmungsexemplare und Bücher mit Orig.-Photographien (kann unter „Aktuelle Kataloge“ abgerufen werden). – Außerdem finden Sie Beiträge von uns im virtuellen „Schaufenster“ des Verbandes Deutscher Antiquare (VDA) https://schaufenster.antiquare.de/trefferliste.php?ID=22 (oder über „Links“ VDA) – Versandkosten ins Ausland auf Anfrage. – Besuchen Sie uns in unserem neuen Ladengeschäft in der Kaiserstrasse 99 in Karlsruhe (Mo.-Fr. 11-18 Uhr, Sam. 11-16 Uhr) mit einer reichen Auswahl seltener und schöner Bücher aus allen Gebieten, Graphik und Photographien. – Instagram: rarebookskarlsruhe

Pazifismus

Die Liste enthält 4 Einträge. Suchergebnisse löschen und Gesamtbestand anzeigen.

: : :
Abbildung
 
Beschreibung
Gesamte Buchaufnahme
Preis
EUR
1 Wandt, Heinrich (Louis). Etappe Gent. Streiflichter zum Zusammenbruch. I. Band. Berlin, Buchverlag der „Freien Presse“ o. J. (1920). 8°. 182 S., [1] Bl. Farbig illustr. Orig.-Pappband.

Seltene erste Ausgabe. – Dazu: Derselbe. Etappe Gent. Zweites Hunderttausend, erweiterte Ausgabe. Berlin, Wien, Agis-Verlag 1926. 8°. 176 S. Farbig illustr. Orig.-Kartonumschlag. – Derselbe. Etappe Gent. Streiflichter zum Zusammenbruch. Nie wieder Krieg. I. Band. 3. Auflage, 50. Tausend. Berlin, Buchverlag der „Freien Presse“ o. J. (um 1925). Kl.-8°. 182 S., [1] Bl. Orig.-Broschur. – Derselbe. Erotik und Spionage in der Etappe Gent. (Band II). Erste Ausgabe. Wien, Berlin 1928. 8°. 208 S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag (von John Heartfield). – Derselbe. Das Justizverbrechen des Reichsgerichts an dem Verfasser der „Etappe Gent“. Berlin, Verlag „Der Syndikalist“ Fritz Kater 1926. Gr.-8°. 28 S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag. – Derselbe. Der Gefangene von Potsdam. 2 Bände. Wien, Berlin, Agis-Verlag 1927. 8°. 206 S., [1] Bl.; 207, (1) S. Illustr. Orig.-Kartonumschläge. – Haufe/Rettej, Heartfield 97 f. (Band II). Holstein, Buchumschläge 438 ff. (Abbildungen von I, II, IV und V.). NDB XXVII, 402. – Interessante Sammlung zu dem bedeutendenen Enthüllungs- und Antikriegsbuch, welches in der Weimarer Republik einen der größten politischen Skandale auslöste. – H. L. Wandt (1890-1965) arbeitete 1912 „kurzzeitig als Redaktionssekretär der sozialdemokratischen Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“. Noch im selben Jahr zum Militärdienst eingezogen, desertierte W. 1913 nach Paris. Im März 1914 stellte er sich, verbüßte acht Monate Haft in einem Militärgefängnis und kam nach seiner Entlassung an die Westfront. Im Frühjahr 1915 wurde W. als nicht mehr frontdienstfähig zur Etappen-Inspektion 4 nach Gent versetzt, wo er bis 1918 bei der Kriegszeitung der 4. Armee tätig war. Nach Kriegsende arbeitete er als Redakteur der linksradikalen Tageszeitung „Freie Presse“ in Berlin. In deren Verlag erschien 1920 W.s Buch „Etappe Gent, Streiflichter zum Zusammenbruch“ (zahlr. Nachdrr., niederl. u. franz. Übers.), in dem er am Beispiel namentlich genannter Offiziere und ihrer Verfehlungen die endemische Korruption der dt. Besatzungsherrschaft im belg. Etappengebiet anprangerte. Ein zweiter Band, der wegen seines von John Heartfield (1891–1968) gestalteten, als moralisch anstößig empfundenen Umschlags bald vom Markt genommen werden mußte, erschien 1928. … W.s Buch brachte ihm zahlreiche Beleidigungsklagen ehemaliger Offiziere ein. Nachdem der Oberreichsanwalt beim Reichsgericht im Okt. 1921 ein Verfahren wegen des Diebstahls von Akten aus dem Reichsarchiv eröffnet hatte, wurde W. bis Jan. 1922 in Haft genommen, dann jedoch aufgrund mangelnden Tatverdachts entlassen. Um weiterer justizieller Verfolgung zu entgehen, floh W. in das belg. besetzte Aachen, dann nach Belgien. 1923 wurde er in Düsseldorf verhaftet und des Landesverrats angeklagt. Die Verhandlung vor dem Reichsgericht im Dez. 1923 begann mit der Verlesung von Abschnitten aus „Etappe Gent“ durch den Richter, was verdeutlicht, daß W. letztlich wegen seiner kriegskritischen Veröffentlichungen vor Gericht stand. W. wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Zeitungen in Belgien und den USA bezeichneten das Verfahren als „deutschen Dreyfusprozeß“. Öffentlicher Druck, u. a. durch den SPD-Abgeordneten Paul Levi (1883–1930) im Reichstag, führte dazu, daß W. 1926 begnadigt wurde“ (B. Ziemann in NDB). – Interessant ist besonders die „Einbandillustration des Pappbands in Rot, Schwarz und Lila mit provokanter Darstellung eines Offiziers, der mit einer Prostituierten Champagner trinkt“; die Umschlagillustration zu „Das Justizverbrechen…“ „Richter beim Versuch Justitia zu vergewaltigen“ sowie die „Photomontage über beide Deckel und Rücken in Rot und Schwarz von John Heartfield (vorn: Offizier mit Mädchen, rückseitig halbbekleidete Frau). Erste Fassung des Heartfield-Umschlags (wie hier vorliegend), der sofort nach Erscheinen der Zensur zum Opfer fiel“ (J. Holstein). – Umschläge und die Gelenke des Pappbands restauriert, sonst alle Bände von Alters- und Gebrauchsspuren abgesehen gut erhalten. – Zusammen 7 Bände; die Erstausgabe, die erste Fassung von Band II und die beiden Bände von „Der Gefangene…“ mit den illustr. Kartonumschlägen sehr selten.
An interesting collection related to this significant exposé and anti-war book (first published in 1920), which sparked one of the biggest political scandals of the Weimar Republic. — H. L. Wandt (1890–1965) worked “briefly as editorial secretary for the Social Democratic women’s magazine *Die Gleichheit*” in 1912. Drafted into military service that same year, W. deserted to Paris in 1913. In March 1914, he turned himself in, served eight months in a military prison, and was sent to the Western Front after his release. In the spring of 1915, W. was transferred to Rear Area Inspection Unit 4 in Ghent after being deemed unfit for frontline duty, where he worked for the 4th Army’s war newspaper until 1918. After the war ended, he worked as an editor for the radical left-wing daily newspaper “Freie Presse” in Berlin. In 1920, the newspaper’s publishing house released W.’s book *Etappe Gent, Streiflichter zum Zusammenbruch* (numerous reprints, Dutch and French translations), in which he denounced the endemic corruption of the German occupation regime in the Belgian rear area, using the examples of specifically named officers and their misconduct. A second volume, which had to be withdrawn from the market shortly after its release due to its cover—designed by John Heartfield (1891–1968) – which was deemed morally offensive, was published in 1928. … W.’s book led to numerous defamation lawsuits filed against him by former officers. After the Chief Prosecutor of the Reich Court opened proceedings in October 1921 regarding the theft of files from the Reich Archives, W. was detained until January 1922 but was then released due to lack of evidence. To avoid further legal prosecution, W. fled to Aachen, which was under Belgian occupation, and then to Belgium. In 1923, he was arrested in Düsseldorf and charged with treason. The trial before the Reich Court in December 1923 began with the judge reading excerpts from *Etappe Gent*, which made it clear that W. was ultimately on trial for his anti-war publications. W. was sentenced to six years in prison. Newspapers in Belgium and the United States described the trial as the “German Dreyfus Affair.” Public pressure, including from SPD member of parliament Paul Levi (1883–1930) in the Reichstag, led to W.’s pardon in 1926” (B. Ziemann in NDB). – Of particular interest is the “cover illustration of the hardcover book in red, black, and purple, featuring a provocative depiction of an officer drinking champagne with a prostitute”; the cover illustration for *Das Justizverbrechen…* “Judge Attempting to Rape Lady Justice,” as well as the “photomontage spanning both covers and the spine in red and black by John Heartfield (front: officer with a girl; back: half-clothed woman). First version of the Heartfield cover (as seen here), which fell victim to censorship immediately upon publication” (J. Holstein). – Covers and the hinges of the paperback binding have been restored; otherwise, all volumes are in good condition apart from signs of age and wear. – A total of 7 volumes; the paperback edition, the first version of Volume II, and the two volumes of “Der Gefangene…” with their illustrated cardboard covers are very rare.

Schlagwörter: Pazifismus, Weimarer Republik, Weltkrieg <1914-1918>, Weltkrieg I

Details anzeigen…

850,--  Bestellen
1 Hesse, Hermann. Krieg und Frieden. Betrachtungen zu Krieg und Politik seit dem Jahr 1914. Zürich, Fretz & Wasmuth (1946). 8°. 265, (1) S. Orig.-Leinenband mit goldgepr. Rückenschild, Rückenvergoldung und Deckel-Monogramm. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben).

Mileck II, 85 und I, B 6. W.-G.² 288. – Erste Ausgabe in der Ausstattung der „Gesammelten Werke“. – „Die Zusammenstellung der politischen Aufsätze beginnt nach dem Geleitwort mit Hesses berühmtem Aufruf an die Dichterkollegen vom September 1914: „0 Freunde, nicht diese Töne!” Das Echo darauf war für den Dichter niederschmetternd. In Deutschland wurde er zum “Gesinnungslumpen“ und Vaterlandsverräter gestempelt. Die einzige sympathische Reaktion aus dem Kreis der Schriftsteller kam von Romain Rolland, dem dieses Buch gewidmet ist. Hesse plante offensichtlich schon 1918 die Herausgabe der während des Krieges erschienenen Aufsätze in einem Sammelband. (Vgl. Katalog Marbach 97, Geleitwort zu der geplanten Sammlung „Krieg und Dichter“ Typoskript 1918). – Sehr gutes Exemplar.

Schlagwörter: Pazifismus, Weltkrieg <1914-1918>

Details anzeigen…

42,--  Bestellen
01 Remarque, Erich Maria (d. i. Erich Paul Remark). Im Westen nichts Neues. Und. Derselbe. Der Weg zurück. 2 Werke. Berlin, Propyläen-Verlag (Ullstein & Co.) 1929 und 1931. 8°. 287, (1) S.; 368 S., [2] Bl. Orig.-Leinenband mit typogr. Schutzumschlag und typogr. Orig.-Kartonumschlag.

I. W.-G.² 3. – Erste Ausgabe des berühmten Anti-Kriegsromans. Zuerst ab November 1928 als Vorabdruck in der Vossischen Zeitung erschienen. – „Remarques Buch ist das Denkmal unseres unbekannten Soldaten von allen Toten geschrieben“ (Walter v. Molo). – „Mit vielen habe ich vorher darüber gesprochen, ehe ich zu schreiben anfing; – alle bestürmten mich, den Versuch zu machen. Deshalb möchte ich fast denken, daß eine Veröffentlichung Widerhall wecken könnte; wir waren ja Hunderttausende und gerade uns hat der Krieg ja am schärfsten gezeichnet. Erst jetzt, nach 10 Jahren, finden wir uns langsam wieder. Und ich möchte gern meinen Kameraden versuchen zu zeigen: Seht, das ist es, weshalb wir besonders schwer leben und uns fügen, und uns zerbrochen fühlten, obschon wir doch jung und davongekommen sind; – erkennen wir es, so überwinden wir es leichter und finden unsern Weg – Ich würde mich selbstverständlich ganz ungemein freuen, wenn diese Gründe … auch soviel Aussicht auf geschäftlichen Erfolg verbürgen könnten, daß der Druck und die Herausgabe in Erwägung gezogen würde“ (E. M. Remarque in einem Brief an den Schriftsteller Paul Eipper vom 10. 7. 1928). – Schutzumschlag am Kapital und oberen vorderen Gelenk geringfügig eingerissen, zeitgenöss. Besitzvermerk, sehr gutes Exemplar mit dem meist fehlenden Schutzumschlag. – II. W.-G.² 4. – Erste Ausgabe. – „Frontkameraden der Heimat wiedergegeben suchen den neuen Weg ins Leben“ (Umschlag). – „Die Fortsetzung von Remarques Roman Im Westen nichts Neues erschien zuerst zwischen Dezember 1930 und Januar 1931 in der Vossischen Zeitung, bevor er im April 1931 als Buch beim Propyläen Verlag publiziert wurde. Nach seinem Erscheinen wurde der Roman in Deutschland, wegen seiner pessimistischen Grundhaltung, kontrovers diskutiert und kritisiert. Im Mai 1933 wurde Der Weg zurück zusammen mit Im Westen nichts Neues von den Nationalsozialisten öffentlich verbrannt“ (Wikipedia). – Kapital unauffällig restauriert, sehr gutes Exemplar der seltenen kartonierten Ausgabe.
I. First edition of the famous anti-war novel. First published as a serial in the *Vossische Zeitung* from November 1928. – “Remarque’s book is the monument to our unknown soldier, written by all the dead” (Walter von Molo). – “I spoke to many people about it before I began writing; – everyone urged me to give it a try. That is why I am almost inclined to think that a publication might strike a chord; after all, there were hundreds of thousands of us, and it was we who were most severely scarred by the war. Only now, after 10 years, are we slowly finding our way back to ourselves. And I would like to try to show my comrades: Look, this is why we find life particularly hard and why we resign ourselves to it, and why we felt broken, even though we are young and have survived; – if we recognise this, we will overcome it more easily and find our way – I would, of course, be immensely pleased if these reasons … could also guarantee such prospects of commercial success that printing and publication might be considered” (E. M. Remarque in a letter to the writer Paul Eipper dated 10 July 1928). – Dust jacket slightly torn at the spine and upper front joint, contemporary owner’s inscription, a very good copy with the dust jacket (which is usually missing). – II. – First edition. – “Frontline comrades return home and seek a new path in life” (cover). – “The sequel to Remarque’s novel All Quiet on the Western Front first appeared in the Vossische Zeitung between December 1930 and January 1931, before being published as a book by Propyläen Verlag in April 1931. Following its publication, the novel was the subject of controversy and criticism in Germany due to its pessimistic tone. In May 1933, The Way Back, together with All Quiet on the Western Front, was publicly burned by the National Socialists” (Wikipedia). – Binding discreetly restored, a very fine copy of the rare paperback edition.

Schlagwörter: Pazifismus, Weltkrieg <1914-1918>, Weltkrieg I

Details anzeigen…

2.500,--  Bestellen
1 Alexan, Friedrich (d. i. Alexander Kuppermann). Im Schuetzengraben der Heimat. Geschichte einer Generation. (Erster Teil, mehr nicht erschienen). Paris, Édition Météore 1937. Gr.-8°. 287, (1) S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag mit einer Fotomontage

Spalek, Feilchendeldt u. Hawrylchak, Deutschsprachige Exilliteratur I, 47. Sternfeld/Tiedemann 22. – Erste Ausgabe des im Exil in Paris veröffentlichten Anti-Kriegsromans. Ein am Schluß angekündigter zweiter Teil mit dem Titel „Zwischen Gestern und Morgen“ ist nie erschienen. – „Friedrich Alexans autobiographischer Roman erzählt aus der Sicht eines Jugendlichen vom Alltag an der „Heimatfront“ im Ersten Weltkrieg. Dieser war sowohl von Leid und Entbehrung geprägt, als auch von den kleinen Hoffnungen und Sehnsüchten nach einem glücklicheren Leben. Im Vordergrund des Romans steht das Persönliche, Menschliche ebenso wie die Suche nach Liebe und Geborgenheit, die in einer aus den Fugen geratenen Welt gerade dort zu finden sind, wo man sie vielleicht am wenigsten vermutet. Ich behaupte, dass dieses Buch zu den stärksten und eindringlichsten Arbeiten des freien deutschen Schrifttums gehört. Alexan hat es verstanden, durch die Aufzeichnung vieler Einzelschicksale gleichsam ein gültiges Gesamtbild einer Generation, nämlich der deutschen Kriegsgeneration von der Heimat, zu geben. Alexan sieht konkrete Geschehnisse sehr präzis und versteht das Wesentliche zu gestalten. Vieles, was heute in Deutschland traurige und verständliche Wirklichkeit geworden ist, findet durch Alexans Buch eine ursächliche Erklärung“ (Oskar Maria Graf, 1937). – Rückendeckel oben etwas braunfleckig, sehr gutes Exemplar.

Schlagwörter: Exilliteratur, Pazifismus, Weltkrieg <1914-1918>

Details anzeigen…

140,--  Bestellen
Einträge 1–4 von 4
Zurück · Vor
Seite: 1
: