Pazifismus
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Beschreibung Gesamte Buchaufnahme |
Preis EUR |
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| Wandt, Heinrich (Louis). Etappe Gent. Streiflichter zum Zusammenbruch. I. Band. Berlin, Buchverlag der „Freien Presse“ o. J. (1920). 8°. 182 S., [1] Bl. Farbig illustr. Orig.-Pappband.
Seltene erste Ausgabe. – Dazu: Derselbe. Etappe Gent. Zweites Hunderttausend, erweiterte Ausgabe. Berlin, Wien, Agis-Verlag 1926. 8°. 176 S. Farbig illustr. Orig.-Kartonumschlag. – Derselbe. Etappe Gent. Streiflichter zum Zusammenbruch. Nie wieder Krieg. I. Band. 3. Auflage, 50. Tausend. Berlin, Buchverlag der „Freien Presse“ o. J. (um 1925). Kl.-8°. 182 S., [1] Bl. Orig.-Broschur. – Derselbe. Erotik und Spionage in der Etappe Gent. (Band II). Erste Ausgabe. Wien, Berlin 1928. 8°. 208 S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag (von John Heartfield). – Derselbe. Das Justizverbrechen des Reichsgerichts an dem Verfasser der „Etappe Gent“. Berlin, Verlag „Der Syndikalist“ Fritz Kater 1926. Gr.-8°. 28 S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag. – Derselbe. Der Gefangene von Potsdam. 2 Bände. Wien, Berlin, Agis-Verlag 1927. 8°. 206 S., [1] Bl.; 207, (1) S. Illustr. Orig.-Kartonumschläge. – Haufe/Rettej, Heartfield 97 f. (Band II). Holstein, Buchumschläge 438 ff. (Abbildungen von I, II, IV und V.). NDB XXVII, 402. – Interessante Sammlung zu dem bedeutendenen Enthüllungs- und Antikriegsbuch, welches in der Weimarer Republik einen der größten politischen Skandale auslöste. – H. L. Wandt (1890-1965) arbeitete 1912 „kurzzeitig als Redaktionssekretär der sozialdemokratischen Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“. Noch im selben Jahr zum Militärdienst eingezogen, desertierte W. 1913 nach Paris. Im März 1914 stellte er sich, verbüßte acht Monate Haft in einem Militärgefängnis und kam nach seiner Entlassung an die Westfront. Im Frühjahr 1915 wurde W. als nicht mehr frontdienstfähig zur Etappen-Inspektion 4 nach Gent versetzt, wo er bis 1918 bei der Kriegszeitung der 4. Armee tätig war. Nach Kriegsende arbeitete er als Redakteur der linksradikalen Tageszeitung „Freie Presse“ in Berlin. In deren Verlag erschien 1920 W.s Buch „Etappe Gent, Streiflichter zum Zusammenbruch“ (zahlr. Nachdrr., niederl. u. franz. Übers.), in dem er am Beispiel namentlich genannter Offiziere und ihrer Verfehlungen die endemische Korruption der dt. Besatzungsherrschaft im belg. Etappengebiet anprangerte. Ein zweiter Band, der wegen seines von John Heartfield (1891–1968) gestalteten, als moralisch anstößig empfundenen Umschlags bald vom Markt genommen werden mußte, erschien 1928. … W.s Buch brachte ihm zahlreiche Beleidigungsklagen ehemaliger Offiziere ein. Nachdem der Oberreichsanwalt beim Reichsgericht im Okt. 1921 ein Verfahren wegen des Diebstahls von Akten aus dem Reichsarchiv eröffnet hatte, wurde W. bis Jan. 1922 in Haft genommen, dann jedoch aufgrund mangelnden Tatverdachts entlassen. Um weiterer justizieller Verfolgung zu entgehen, floh W. in das belg. besetzte Aachen, dann nach Belgien. 1923 wurde er in Düsseldorf verhaftet und des Landesverrats angeklagt. Die Verhandlung vor dem Reichsgericht im Dez. 1923 begann mit der Verlesung von Abschnitten aus „Etappe Gent“ durch den Richter, was verdeutlicht, daß W. letztlich wegen seiner kriegskritischen Veröffentlichungen vor Gericht stand. W. wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Zeitungen in Belgien und den USA bezeichneten das Verfahren als „deutschen Dreyfusprozeß“. Öffentlicher Druck, u. a. durch den SPD-Abgeordneten Paul Levi (1883–1930) im Reichstag, führte dazu, daß W. 1926 begnadigt wurde“ (B. Ziemann in NDB). – Interessant ist besonders die „Einbandillustration des Pappbands in Rot, Schwarz und Lila mit provokanter Darstellung eines Offiziers, der mit einer Prostituierten Champagner trinkt“; die Umschlagillustration zu „Das Justizverbrechen…“ „Richter beim Versuch Justitia zu vergewaltigen“ sowie die „Photomontage über beide Deckel und Rücken in Rot und Schwarz von John Heartfield (vorn: Offizier mit Mädchen, rückseitig halbbekleidete Frau). Erste Fassung des Heartfield-Umschlags (wie hier vorliegend), der sofort nach Erscheinen der Zensur zum Opfer fiel“ (J. Holstein). – Umschläge und die Gelenke des Pappbands restauriert, sonst alle Bände von Alters- und Gebrauchsspuren abgesehen gut erhalten. – Zusammen 7 Bände; die Erstausgabe, die erste Fassung von Band II und die beiden Bände von „Der Gefangene…“ mit den illustr. Kartonumschlägen sehr selten. Schlagwörter: Pazifismus, Weimarer Republik, Weltkrieg <1914-1918>, Weltkrieg I |
850,-- | ![]() |
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| Hesse, Hermann. Krieg und Frieden. Betrachtungen zu Krieg und Politik seit dem Jahr 1914. Zürich, Fretz & Wasmuth (1946). 8°. 265, (1) S. Orig.-Leinenband mit goldgepr. Rückenschild, Rückenvergoldung und Deckel-Monogramm. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben).
Mileck II, 85 und I, B 6. W.-G.² 288. – Erste Ausgabe in der Ausstattung der „Gesammelten Werke“. – „Die Zusammenstellung der politischen Aufsätze beginnt nach dem Geleitwort mit Hesses berühmtem Aufruf an die Dichterkollegen vom September 1914: „0 Freunde, nicht diese Töne!” Das Echo darauf war für den Dichter niederschmetternd. In Deutschland wurde er zum “Gesinnungslumpen“ und Vaterlandsverräter gestempelt. Die einzige sympathische Reaktion aus dem Kreis der Schriftsteller kam von Romain Rolland, dem dieses Buch gewidmet ist. Hesse plante offensichtlich schon 1918 die Herausgabe der während des Krieges erschienenen Aufsätze in einem Sammelband. (Vgl. Katalog Marbach 97, Geleitwort zu der geplanten Sammlung „Krieg und Dichter“ Typoskript 1918). – Sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Pazifismus, Weltkrieg <1914-1918> |
42,-- | ![]() |
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| Remarque, Erich Maria (d. i. Erich Paul Remark). Im Westen nichts Neues. Und. Derselbe. Der Weg zurück. 2 Werke. Berlin, Propyläen-Verlag (Ullstein & Co.) 1929 und 1931. 8°. 287, (1) S.; 368 S., [2] Bl. Orig.-Leinenband mit typogr. Schutzumschlag und typogr. Orig.-Kartonumschlag.
I. W.-G.² 3. – Erste Ausgabe des berühmten Anti-Kriegsromans. Zuerst ab November 1928 als Vorabdruck in der Vossischen Zeitung erschienen. – „Remarques Buch ist das Denkmal unseres unbekannten Soldaten von allen Toten geschrieben“ (Walter v. Molo). – „Mit vielen habe ich vorher darüber gesprochen, ehe ich zu schreiben anfing; – alle bestürmten mich, den Versuch zu machen. Deshalb möchte ich fast denken, daß eine Veröffentlichung Widerhall wecken könnte; wir waren ja Hunderttausende und gerade uns hat der Krieg ja am schärfsten gezeichnet. Erst jetzt, nach 10 Jahren, finden wir uns langsam wieder. Und ich möchte gern meinen Kameraden versuchen zu zeigen: Seht, das ist es, weshalb wir besonders schwer leben und uns fügen, und uns zerbrochen fühlten, obschon wir doch jung und davongekommen sind; – erkennen wir es, so überwinden wir es leichter und finden unsern Weg – Ich würde mich selbstverständlich ganz ungemein freuen, wenn diese Gründe … auch soviel Aussicht auf geschäftlichen Erfolg verbürgen könnten, daß der Druck und die Herausgabe in Erwägung gezogen würde“ (E. M. Remarque in einem Brief an den Schriftsteller Paul Eipper vom 10. 7. 1928). – Schutzumschlag am Kapital und oberen vorderen Gelenk geringfügig eingerissen, zeitgenöss. Besitzvermerk, sehr gutes Exemplar mit dem meist fehlenden Schutzumschlag. – II. W.-G.² 4. – Erste Ausgabe. – „Frontkameraden der Heimat wiedergegeben suchen den neuen Weg ins Leben“ (Umschlag). – „Die Fortsetzung von Remarques Roman Im Westen nichts Neues erschien zuerst zwischen Dezember 1930 und Januar 1931 in der Vossischen Zeitung, bevor er im April 1931 als Buch beim Propyläen Verlag publiziert wurde. Nach seinem Erscheinen wurde der Roman in Deutschland, wegen seiner pessimistischen Grundhaltung, kontrovers diskutiert und kritisiert. Im Mai 1933 wurde Der Weg zurück zusammen mit Im Westen nichts Neues von den Nationalsozialisten öffentlich verbrannt“ (Wikipedia). – Kapital unauffällig restauriert, sehr gutes Exemplar der seltenen kartonierten Ausgabe. Schlagwörter: Pazifismus, Weltkrieg <1914-1918>, Weltkrieg I |
2.500,-- | ![]() |
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| Alexan, Friedrich (d. i. Alexander Kuppermann). Im Schuetzengraben der Heimat. Geschichte einer Generation. (Erster Teil, mehr nicht erschienen). Paris, Édition Météore 1937. Gr.-8°. 287, (1) S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag mit einer Fotomontage
Spalek, Feilchendeldt u. Hawrylchak, Deutschsprachige Exilliteratur I, 47. Sternfeld/Tiedemann 22. – Erste Ausgabe des im Exil in Paris veröffentlichten Anti-Kriegsromans. Ein am Schluß angekündigter zweiter Teil mit dem Titel „Zwischen Gestern und Morgen“ ist nie erschienen. – „Friedrich Alexans autobiographischer Roman erzählt aus der Sicht eines Jugendlichen vom Alltag an der „Heimatfront“ im Ersten Weltkrieg. Dieser war sowohl von Leid und Entbehrung geprägt, als auch von den kleinen Hoffnungen und Sehnsüchten nach einem glücklicheren Leben. Im Vordergrund des Romans steht das Persönliche, Menschliche ebenso wie die Suche nach Liebe und Geborgenheit, die in einer aus den Fugen geratenen Welt gerade dort zu finden sind, wo man sie vielleicht am wenigsten vermutet. Ich behaupte, dass dieses Buch zu den stärksten und eindringlichsten Arbeiten des freien deutschen Schrifttums gehört. Alexan hat es verstanden, durch die Aufzeichnung vieler Einzelschicksale gleichsam ein gültiges Gesamtbild einer Generation, nämlich der deutschen Kriegsgeneration von der Heimat, zu geben. Alexan sieht konkrete Geschehnisse sehr präzis und versteht das Wesentliche zu gestalten. Vieles, was heute in Deutschland traurige und verständliche Wirklichkeit geworden ist, findet durch Alexans Buch eine ursächliche Erklärung“ (Oskar Maria Graf, 1937). – Rückendeckel oben etwas braunfleckig, sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Exilliteratur, Pazifismus, Weltkrieg <1914-1918> |
140,-- | ![]() |
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