Alte Drucke / Inkunabeln
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Beschreibung Gesamte Buchaufnahme |
Preis EUR |
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| Drexel, Jeremias. Zodiacus Christianus locupletatus seu signa XII Divinæ prædestina tionis totidem symbolis explicata. Coloniae Agrippinae (Köln), Cornelius für Egmondt 1634. 12° (11,2 x 6 cm.). [3] Bl., 152 S., [1] Bl. mit illustr. gestoch. Titel u. 12 Kupfertafeln (von Raphael Sadeler). Prgt. d. Zt.
De Backer/S. III, 184. Dünnhaupt 5.18. Landwehr 230. Praz S. 319. VD17 12:101683W. – Erschien zuerst 1618 in München. – „Entgegen dem Titel kein astrologisches Werk; vielmehr interpretiert D. hier die 12 Tierkreiszeichen als Symbole göttlicher Prädestination“ (Dünnhaupt). – Rücken im unteren Drittel beschädigt, alter Besitzvermerk a. T., durchgehend etwas gebräunt, gutes Exemplar. Schlagwörter: Astrologie, Aszetik, Emblemata, Theologie |
320,-- | ![]() |
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| Jansenius, Cornelius. Pentateuchus sive commentarius in quinque libros Moysis. (Beigebunden): Analecta in proverbia, ecclesiasten, sapientiam, habacuc, sophoniam. 2 Teile in 1 Band. Paris, J. Jost 1649. 4° (25,5 x 18,5 cm.). [4] Bl., 408 S., [9] Bl.; 190 S., [8] Bl. mit Titel in Rot u. Schwarz u. Titelvignette in Holzschnitt. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Rückenschild, Rückenverg. u. Deckelfiletten.
ADB XIII, 704 ff. BBKL II, Sp. 1551 f. – Der berühmte Thora-Kommentar des niederl. Theologen C. Jansen (1585-1638), des Begründers des Jansenismus. – „Seine Erklärung der alttestamentlichen Bücher zeichnete sich durch Scharfsinn aus“ (J. C. van Slee in ADB). – Vord. Gelenk stellenweise etwas angeplatzt, zeitgenöss. Besitzvermerk a. T., sehr gutes nahezu fleckenfreies und dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Bibel, Judaica, Thora |
280,-- | ![]() |
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| Costantini, Angelo. La vie de Scaramouche. Paris, à l’Hôtel de Bourgogne et chez C. Barbin 1695. Kl-8°. [14] Bl., 246 S., [1] Bl. Ldr. d. 19. Jahrhunderts mit goldgepr. Rückentitel u. reicher floraler Rückenverg.
Conlon 7135. Goldsmith C 1419. – Erste Ausgabe. – Sehr seltene Beschreibung der berühmten, um 1640 von Tiberio Fiorillo geschaffenen Gestalt der Commedia dell’Arte. Der Verfasser war unter den Namen Mézétin „Comedien Ordinaire du Roy dans sa Troupe Italienne“. – Fiorillo war Schauspieler beim Herzog von Mantua, später Hofschauspieler Ludwig XIV., über 50 Jahre spielte er noch zu Zeiten Corneilles und Molières, der von ihm beeinflußt wurde. – Ohne das Frontispiz (liegt in Kopie bei), sonst sehr gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Biographie, Commedia dell’arte, Theater |
280,-- | ![]() |
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| Speyer – Lehmann, Christoph. Chronica der freyen Reichs-Statt Speyr. Darinn von dreyerley fürnemblich gehandelt, Erstlich vom Ursprung, Uffnemen, Befreyung, Beschaffenheit deß Regiments, Freyheiten, Privilegien …, Zum andern, von Anfang unnd Uffrichtung deß Teutschen Reichs, desselben Regierung …, Zum dritten, von Anfang und Beschreibung der Bischoffen zu Speyr, unnd deß Speyrischen Bisthumbs. 7 Teile in 1 Band. Frankfurt am Main, N. Hoffmann für J. Rose 1612. Folio (35,5 x 24 cm.). [4] Bl., 1024 S., [49] Bl. mit Titelbl. in Rot u. Schwarz u. 8 wdh. großen Holzschnitt-Druckermarken. Pergamentband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild.
ADB XVIII, 136. Dahlmann-Weitz 1556. Graesse IV, 151. VD17 23:231115A. – Erste Ausgabe des Hauptwerks des sächsischen Historikers C. Lehmann (1570-1638). Lehmann war seit 1594 Lehrer an der Gelehrten- und Rathsschule (schola senatoria) in Speyer und wurde 1595 zum Conrector befördert. Seit 1604 war er der erste Stadtschreiber. – Seinen litterarischen Ruf verdankt L. zwei Werken, der „Chronica der Freyen Reichs Stadt Speyr …“ und seiner Sprichwörtersammlung „Florilegium Politicum“. Ganz besonders aber ist es die erstere, zugleich sein frühestes Werk, durch welches er sich nicht nur in Speyer einen Namen begründet hatte, um dessen willen man ihn als den „berühmten L.“, ja den „deutschen Livius“ mit bereitwilligster Hingebung anerkannte, sondern das auch weit über Speyer hinaus (soll doch der Minister Colbert befohlen haben, eine französische Uebersetzung der Chronik anzufertigen) im Gebiete deutscher Städtegeschichte einen bewährten Ruf bis auf den heutigen Tag sich erhalten hat. Bei der Abfassung dieser seiner Chronik beobachtete er gewissenhaft das „nonum prematur in annum“, denn erst nach zehnjähriger Arbeit übergab er das Manuscript vorschriftsmäßig dem Rathe der Reichsstadt zur amtlichen Censur, worauf der Druck, auch äußerlich ein stattliches Opus, in Großfolio zu Frankfurt 1612 in Verlegung Jonas Rosen erschien. Die dreifache Aufgabe, die sich L. setzte und in extenso schon auf dem Titel präcisirte, führt er in sieben Büchern von den ältesten Zeiten bis auf den Regierungsantritt Kaiser Maximilians I. durch. … L. schrieb seine Chronik in deutscher Sprache und zwar ist sein Deutsch für jene Zeit, wo man bereits begonnen hatte, unsere Muttersprache mit allerlei ausländischen Lappen zu verunstalten, von anerkennenswerther Reinheit, seine Darstellung ist durchgängig frisch und nicht selten wird er wahrhaft beredt, bei aller Breite zeigen seine Erzählungen eine ergötzliche Natürlichkeit und sicher ist, daß er an Sprache und Darstellungsgabe seinem Fortseher und Erweiterer Melchior Fuchs, der fast hundert Jahre, sowie seinem Biographen Baur, der 150 Jahre später schrieb, weit voransteht. Einen bedeutenden Werth aber gewinnt sein Werk besonders dadurch, daß er überall die wesentlichen Belegstellen für seine Angaben ausführlich mittheilt und auf solche Weise den Leser in den Stand setzt, die Resultate, die er gewinnt oder gewonnen zu haben glaubt, mit den Quellen selbst zu vergleichen. L. hat, wie er selbst in einem Schreiben an Landgraf Moritz von Hessen sagt (Baur a. a. O., S. 177), vier Bibliotheken benützt und in der That eine Menge von Schriftstellern gelesen, um sich die Zustände und Einrichtungen des Deutschen Reiches in geschichtlichem Zusammenhange klar zu machen. Für die Speyerer Angelegenheiten stand ihm das damals (Vaur, S. 48) bereits von seinem Vorgänger im Stadtschreiberamte, Hermann Schießer trefflich geordnete reichsstädtische Archiv (die gegenwärtige schöne Ordnung dieses Archivs verdankt man dem sehr verdienten, am 18. August 1836 verstorbenen K. Kreisarchivar Peter Bernh. Geyer) zu Gebote, wie für allgemeinere Städteangelegenheiten das seiner Aufsicht anvertraute bereits erwähnte Archiv der Städte rheinischer Bank. Von den Urkunden, welche er benützte und seiner Chronik einverleibte, sind zunächst unstreitig die Kaiserurkunden die wichtigsten; übrigens hat er kaum die Hälfte dieser aus dem Zeitraum, welchen sein Werk behandelt, im Speyerer Archive vorhandenen Urkunden veröffentlicht, wie die Vergleichung mit den Geyer’schen Repertorien ergiebt. Außerdem enthält die Chronik noch einige päpstliche und mehrere bischöfliche Urkunden, sowie eine Menge Rathserlasse, Verträge mit benachbarten Fürsten und Städten, Vergleichshandlungen und, was zu dem Interessantesten des mitgetheilten urkundlichen Materials gehört, die alten Richterordnungen der Reichsstadt. Unter den letzteren hat er übrigens die sogen. Vierrichterordnung nicht nach dem ältesten Original von 1314, sondern in der etwas abgeänderten Redaction von 1328, enthalten im Cod. 6 (Geyer; bei Zeuß, Die freie Reichsstadt Speier, 1843, S. 2. Cod. C.) abdrucken lassen“ (J. Franck in ADB). – Rücken am Fuß mit kl. Fehlstelle, zeitgenöss. Besitzvermerk a. T., nur vereinzelt etwas braunfleckig, sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Deutsche Landeskunde, Ortsgeschichte, Pfalz, Speyer |
650,-- | ![]() |
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| Aletophilus, Constantin (d. i. Nicolaus Gürtler). Der bedruckte Palm-Baum Christlicher Warheit, oder Verfolgte Protestant und Waldenser. Vorgestellt in einer ausführlichen und warhafften historischen Beschreibung aller derer Verfolgungs-Gewitter, so über dieselbe von der Regierungs-Zeit deß Königs von Franckreich, Philippi, deß Zweyten, biß auf … Ludwig den Vierzehenden … ergangen … Dabey auch Die fürnehmste Königliche Edicta, so von der Clerisey gegen sie ausgewirckt worden … Und endlich, Wie man solcher Gewissens-Freyheit … die Flügel gekürtzt … Erster Theil (von 2). Nürnberg, Endter 1687. Gr.-8°. [4] Bl., 790 [i.e. 792] S. mit gestoch. Frontispiz. Prgt. d. Zt.
VD17 3:005129R. – Seltene erste Ausgabe. – N. Gürtler (1654-1711) war einer der gelehrtesten und belesensten protestant. Theologen seiner Zeit (vgl. ADB X, 185). – Einband angestaubt und etwas fleckig, durchgehend gebräunt und etwas braunfleckig, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Barockliteratur, Protestantismus, Theologie, Waldenser |
200,-- | ![]() |
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| Tympe, Matthäus. Theatrum historicum. Continens vindictas divinas, et praemia Christianarum virtutum, ex gravissimis Graecis, Latinis, sacris ac profanis historicis, per locos communes iuxta alphabeti seriem dispositum. Editio secunda. Coloniae Agrippinae (Köln), Johann Gymnich 1614. 8°. [12] Bl., 387 S., [11] Bl., 364 S. [i. e. 370], [58] Bl. mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Blindgepr. Schweinslederband d. Zt. mit 1 (statt 2) Messing-Schließe.
ADB XXXIX, 55. VD17 12:104714B. – Erschien zuerst 1611 mit dem Titel „Triumphus seu admiranda praemia christianarum virtutum“. 1625 erschien eine dritte Ausgabe. – M. Tympe (biogr. Daten unbekannt), „ein überaus fruchtbarer theologischer Schriftsteller, der 1615 nach seiner eigenen Angabe schon 79 Bücher geschrieben und „denselben so vil tausendt gedruckte exemplaria“ hat verbreiten lassen. Nachdem er drei Jahre lang Conrector in Jülich, darauf vier Jahre hindurch Professor der Philosophie und Beredsamkeit in Köln gewesen, berief ihn das Osnabrücker Domcapitel Anfang 1595 (Bestallung vom Dienstag nach Judica) als Rector an die dortige Domschule. Diese war seit der Zeit des Augsburger Interims (1548) von katholischen und evangelischen Schülern besucht worden; jetzt aber, als der neue streng katholische Rector die früheren Lehrer durch andere – jesuitische nannte sie das Volk – ersetzte, die lutherischen Schulbücher abschaffte, den Katechismus des Canisius einführte und die evangelischen Einwohner auch anderweitig verletzte, nahmen letztere fast sämmtlich ihre Söhne aus der Domschule und erhielten am 18. October 1595 vom Stadtrath die bereits 1583 für den Fall eines confessionellen Zwistes ausgebaute Kirchspielsschule zu St. Marien als neue Rathsschule (später Rathsgymnasium) überwiesen. Da den neuen Lehrern der Domschule mancherlei Unglimpf widerfuhr und an Schutz nicht zu denken war, forderte der Rector des Laurentianischen Gymnasiums zu Köln die von dort abgegebenen Lehrer wieder zurück, während T. selbst das Pastorat zu St. Petri in Köln in Aussicht gestellt wurde … Die Klagen über T. dauerten fort: hauptsächlich legte man ihm zur Last, daß er unpassende Collaboratoren anstelle und den Schülern zu viel Geld abnehme … Schließlich konnte sich auch das Domcapitel der Ueberzeugung nicht mehr verschließen, daß unter Tympe’s Rectorat ein rechtes Gedeihen der Domschule nicht zu erwarten sei, und da T. die Unzufriedenheit des Capitels verschiedentlich zu spüren hatte, legte er im Winter 1608 die schon seit einem Jahrzehnt ihm gründlich verleidete Stelle nieder und übernahm das Rectorat des v. Detten’schen Collegs in seiner Vaterstadt Münster“ (P. Bahlmann in ADB). – Einband etwas berieben, St.a.T., stellenweise leicht fleckig und gebräunt, gutes Exemplar in einem dekorativen zeitgenöss. Einband. Schlagwörter: Theologie |
220,-- | ![]() |
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| Goldast v. Haiminsfeld, Melchior. Svevicarvm rervm scriptores aliqvot veteres, partim primum editi, partim emendatius atq. auctius. Frankfurt am Main, Wolgang Richter (1605). 8°. 317 S., 15 Bl. mit Druckermarke auf dem Titel. Schafsldr. d. Zt. über 3 Bünden u. 4 Schließbändern.
ADB IX, 327 ff. Dahlmann-Waitz 239/92. Graesse III, 107. Heyd 175. NDB VI, 601 f. Potthast LXXX. – Seltene erste Ausgabe. – Eine Sammlung aus schwäbischen Handschriften des Mittelalters. – Der Polyhistor Goldast von Haiminsfeld (1578-1635) erwies den „Historikern … große Dienste durch die beiden werthvollen Sammlungen der alemannischen und schwäbischen Scriptores …“ (A. v. Gonzenbach in ADB). – „G.s Leistung liegt vor allem in den zwar nicht durchweg einwandfreien, zum Teil aber noch nicht ersetzten Editionen bedeutender Quellen zur Reichs- und Rechtsgeschichte sowie historischer und literarischer Quellen besonders des Mittelalters, die die Forschung stark befruchteten“ (O. Vasella in NDB). – Vorsätze alt erneuert, stellenweise teils stärker gebräunt und etwas stockfleckig, gutes Exemplar. Schlagwörter: Baden-Württemberg, Geschichte, Mittelalter, Württembergica |
280,-- | ![]() |
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| Creutzing, Caspar. Dissertatio de Jocalibus. Vom Weiber-Schmuck. Quam in illustri academia Salana, praeside Petro Müllero. Jena, Müller 1680. 8°. [30] Bl. Heftstreifen.
Hayn-Gotendorff V, 196. – Seltene erste Ausgabe dieser wiederholt aufgelegten Dissertation. Über die Arten des Schmucks, Verarbeitung, Material etc. Mit deutschen Texteinschüben. – Etwas gebräunt, sonst sehr gut erhalten. Schlagwörter: Kunsthandwerk, Schmuck |
200,-- | ![]() |
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| Engelgrave, Johannes Baptista. Meditationes pro toto anno in tres partes distribvtæ. Sensum litteralem et moralem Evangeliorum, piis affectibus illustrantes, ad usum privatum, & publicum concionatorum, qvarvm prima est in dominicas, & ferias majores. Secunda in Festa Sanctorum illustrium, & Communia de Sanctis. Tertia in vitam Christi reliquam, & Passionem … 3 Teile in 1 Band. Antwerpen, J. Cnobbar 1658. Gr.-8°. [8] Bl., 454 S., [6] Bl. mit gestoch. illustr. Titel (von Jak(ob) Neefs nach Ph(ilip) Fruytiers) u. illustr. Holzschnitt-Initiale. Prgt. d. Zt. mit handschr. Rückentitel.
De Backer-Sommervogel III, 398. – Erste Ausgabe. – Der belgische Jesuit Jean Baptiste Engelgrave (1601-1658) war der Bruder von Henri (Heinrich) Engelgrave und seit 1619 Rektor des Collége de Bruges. – Der dekorative Barock-Titel wurde von dem flämischen Maler und Grafiker P. Fruytiers (1610-1666) ausgeführt, der 1631 und 1632 Meister der Antwerpener Lukasgilde war. Fruytiers ist besonders als Miniaturmaler bekannt, seine berühmtste Miniatur zeigt Rubens vier Kinder, seine zweite Frau Helena Fourment und zwei Bedienstete aus dem Jahr 1638 (Royal Collection, Windsor Castle ). – Spiegel von den Innendeckeln gelöst, sehr gutes sauberes Exemplar. Schlagwörter: Jesuiten, Theologie |
200,-- | ![]() |
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| Lipsius, Justus (eig. Joest Lips). De constantia libri duo. Qui alloquium praecipue continent in Publicis malis. Ultima editio, castigata. Antwerpen, J. Moretus für Plantin 1605. Gr.-8°. [8] Bl., 86 S., [5] Bl. mit großer gestoch. Druckermarke. Pbd. d. Zt.
Adams L 770 ff. Brunet III, 1093. Graesse IV, 220. Vgl. ADB XVIII, 741 ff. NDB XIV, 676 ff. Ziegenfuss II, 64. – Schöne Plantin-Ausgabe (5. Aufl.) der berühmten Abhandlung über die Beständigkeit, zuerst 1584 erschienen. – „Die kleine weitverbreitete Schrift ist das Hauptwerk des sich auf Seneca berufenden Neu-Stoizismus, in welchem der niederländ. Späthumanismus und die Erfahrungen der Religionskriege philosophisch Ausdruck fanden“ (G. Böhme in Lexikon der philosophischen Hauptwerke). – „Bedeutsamer waren im erzieherischen Sinne seine Kompendien zur stoischen Philosophie, handlich und schnell zu bewältigen auch für Welt- und Geschäftsleute. Die zwei Bücher „De constantia“ (1594) erlebten in zwei Jahrhunderten 75 Auflagen (Original und verschiedensprachige Übersetzungen). … L. war nicht der erste und einzige Propagator stoischer, vernunftbegründeter Ethik und Weltauffassung in einem Jahrhundert, das, von Fatalismus und Fortunaglauben heimgesucht, aus solcher – dem Christentum nicht fremder – alter und jetzt neu dargebotener Lehre und Kraft Trost erhoffte … L. war eine weiche, irenische, ängstliche und z. T. sicher auch unpolitische Gelehrtennatur. Sein wissenschaftlicher Ruhm und seine immense Wirkung wurde von den Zensuren und Anfeindungen der drei Religionsparteien nicht gemindert, sondern vermehrt“ (H. Dollinger in NDB). – Einband restauriert, Titelblatt stärker wasserfleckig, durchgehend im oberen und rechten Blattrand wasserfleckig und gegen Ende auch etwas sporfleckig, noch gutes Exemplar aus der Bibliothek des bedeutenden franz. Bibliothekars und Historikers Anatole de Montaiglon (1824-1895) mit dessen Exlibris. Schlagwörter: Philosophie, Stoizismus |
320,-- | ![]() |
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| Deslyons (auch Des Lions), Jean. Traitez singuliers et nouveaux contre le paganisme du roy-boit. Le I. Du Ieusue ancien de l’Eglise Catholique la Veille des Roys. Le II. De la Royauté des Saturnales remise & contrefaite par les Chretiens charnels et cette Feste. Le III. De la Superstition du Phoebé, ou de la sottise du Febué. A messieurs les theologaux de toutes les Eglises de France. Ouvrage utile aux curez, aux predicateurs, & au peuple. 3 Teile in 1 Band. Paris, C. Savreux M. DC. LXX. (1670). Kl.-8°. [56], 346 S., 1 w. Bl. OLdr. mit goldgepr. Rückenschild u. floraler Rückenverg.
Analecta Biblion II, 310 f. Bitting 122. Dinaux I, 320. Höfer XIII, 839. Oberlé Fastes 496. Simon, Gastr. 485. Vicaire 272. – Erste Ausgabe. – Wichtige zweite Arbeit des franz. Historikers über die Festbanquette am Vorabend der Krönungszeremonien der franz. Könige. Deslyons untersucht die Tradition von Festlichkeiten des Adels bis zurück in die Antike. Das Buch ist eine erweiterete Ausgabe von „Discours ecclesiastiques contre le paganisme des Roys de la Feve et du Roy-Boit“ (Paris 1664). – „C’est en vain que le savant Deslyons s’autorise, pour les temps anciens, de St. Augustin, des évêques d’Afrique, et pour les temps modernes, des Stappleton, Colveneres, Barthélémy Pierre et de tous les docteurs de la célèbre faculté de Douai, nous ne saurions concevoir la sérieuse indignation que lui cause notre banquet de veille des rois, avec ses cris Le Roy boit, sa fève royale et son innocente gaîté. Tant de sainte fureur pour si peu … Que la tradition populaire qui a perpétué chez nous cette coutume joyeuse ait sa source dans certaines cérémonies du paganisme, cela peut être; mais y a-t-il de quoi se fâcher? … Dans le second traité qui est aussi savant et plus amusant à lire… Il établit d’après Lucien, Macrobe, Athénée, Horace, Juvénal, Martial et Tacite que notre festin du Roi boit est une dégénération peu dissimulée des Saturnales … Au troisième traité, il se livre à des investigations étymologiques au sujet de la fève du gâteau des rois. Vient-elle du mot Phoebus ou de Faba ou d’éphèbe à cause de l’enfant qui tire le gâteau? Deslyons adopte l’étymologie de faba en quoi nous lui donnons toute raison“ (A. F. L. Marquis du Roure in Analecta Biblion). – Deslyons „violently opposes the ceremonies of the Roys de la Feve et du Roy-Boit and establishes that the eve of the Epiphany, like other fetes, was consecrated to prayer and not to joy and banquets. In the second discourse he seeks to reform the rejoicings and to suppress the feast as an orgy, resembling the Saturnalia of the ancients“ (Bitting 122 zu „Discours…“). – J. Deslyons (1615-1700) war Dekan und Doktor der Theologie an der Sorbonne. – Einband etwas berieben, N.a.T, durchgehend etwas gebräunt und vereinzelt leicht braunfleckig, gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Adel, Epiphany, France, Frankreich, Gastronomie, Gastronomy, Kulturgeschichte, Soziologie |
320,-- | ![]() |
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| I. Nach dem die königl. landtaffel… II. Gestaldt dan auch wier uns und den Regierenden Königen… III. Wann ein Testament Contract oder ein anders Instrument in die Landtafel… IV. Insonderheit sollen unsere unter ambt Leuthe… V. Ferner setzen und ordnen wier daß gleich wie von alters her kommen… VI. Wie wohl einem Jeden frey steh et dergleichen Pfandts Verschreibung… Deutsche Handschrift auf Papier. O. O. 16. Jahrhundert. 4°. 2 S.
In schöner Kalligraphie in Rot und Schwarz ausgeführt. In den oberen Ecken num. „45/46“. – Etwas braunfleckig und gebräunt. Schlagwörter: Handschrift, Handschriften, Manuscripts, Manuskripte |
150,-- | ![]() |
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| Maimbourg, Louis. Histoire du Calvinisme. Seconde édition. 2 Bände. Paris, S. Marbre-Cramoisy für J. Girin et B. Riviere in Lyon 1682. Kl.-8°. [12] Bl., 376 S.; [4] Bl., 391 S., [11] Bl. mit Druckermarken und einigen Schmuckvignetten. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Rückensch. u. reicher floraler Rückenverg.
Vgl. Cioranescu 44425 u. De Backer/Sommervogel V, 353. – Im Jahr der Erstausgabe. – Der Jesuit, Kirchenhistoriker und Prediger Louis Maimbourg (1610-1686) bekämpfte den Protestantismus und Jansenismus im Sinne der uniformistischen Kirchenpolitik Ludwigs XIV. Er wurde wegen seiner Kritik am Heiligen Stuhl durch Betreiben von Papst Innozenz XI. aus dem Jesuitenorden ausgeschlossen. Zahlreiche seiner teils kritischen Werke (er verfasste u. a. auch eine Geschichte des Luthertums, der Kreuzzüge, der Häresie sowie des Kirchenschismas) standen auf dem Römischen Index. – Kapitale etwas bestoßen u. gering beschädigt, St. u. N. a. V., Titelbl. mit zeitgenöss. Besitzvermerk, stellenweise etwas braunfleckig, gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Calvin, Johannes, Calvinismus, Theologie |
220,-- | ![]() |
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| (Pinamonti, Giovanni Pietro). La vera sapienza overo considerazioni utilissime all’acquisito del timor di Dio. Bologna u. Parma, Pazzoni e Paolo Monti 1696. 12° (11 x 5,5 cm.). 96 S. Goldlackierter Pbd. d. Zt.
De Backer-S. VI, 778. LThK VIII, Sp. 281. – Zuerst 1677 erschienenes kleinformatiges mystisches Gebetbuch. Eine deutsche Übersetzung erschien mit dem Titel „Wahre Weisheit, oder sehr nützliche Betrachtungen die heilsame Furcht Gottes zu erlangen“ u. a. in Konstanz. – Der ital. Jesuit G. P. Pinamonti (1632-1703) wirkte zusammen mit Paolo Segneri (1624-1694) als Volksmissionar in Mittel- und Norditalien. Zusammen mit Johannes Eudes und Joseph de Gallifet gilt er als wichtigster Förderer der Verehrung des Herzens Mariä in seiner Zeit. – Rücken im unteren Drittel etwas beschädigt, durchgehend etwas gebräunt und am Ende teils eselsohrig. Schlagwörter: Jesuiten, Mystik, Theologie |
120,-- | ![]() |
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| Colbert, Jean-Baptiste, Marquis de Seignelay (1651-1690, französ. Minister der Marine und des königlichen Hauses, gleichnamiger Sohn des Finanzministers). Brief mit eigenhändiger Unterschrift „Seignelay“. Versailles 12. Mai 1682. 4° (32 x 21,5 cm.). 1 Bl., 1 S. beschrieben.
„Pour response a la lettre que vous avez pris la peine de mescrire le 2e. des ce mois, J’escris par ordre du Roy aux officiers des admirautez de Languedoc de faire toutes les diligences necessaires pour faire arrester trois, ou quatre des matelots qui ont fuy lors de la derniere levée, et de les faire punir suivant la rigueur de l’edit de 1673…“. – Etwas angestaubt und mit geringen Randläsuren, links ein Streifen des abgeschnittenen hinteren Blattes überklebt und mit Sammlerstempel (Börje Israelsons). Schlagwörter: Autograph, Autographen, Autographs, Barock, Frankreich, Marine, Militaria |
300,-- | ![]() |
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| Polanco, J(uan Alfonso). Breve Directorivm Ad Confessarii & confitentis munus recte obeundum. Paris, Corboni 1589. 12° (12 x 8,5 cm.). Titel, 171, [2] Bl. mit 2 Druckermarken, 2 blattgr. Holzschnitten u. einigen verzierten Initialen. Prgt. d. Zt. mit handschr. Rückentitel.
Adams C 2817. De Backer/S. VI, 942. – Mit dem Zwischentitel „Methodus ad eos adivvandos qui moriuntur“. – J. A. Polanco (1517-1576) war Generalsekretär des Jesuitenordens, Sekretär von Ignatius von Loyola, Diego Lainez und Francisco des Bor. – Einband etwas fleckig, Exlibris, zeitgenöss. Besitzvermerk a. T., gutes Exemplar. Schlagwörter: Jesuiten, Theologie |
220,-- | ![]() |
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| Sainte Marie Magdeleine, Pierre de. Traitte’ d’horlogiographie. Contenant plusieurs manieres de construire, sur toutes surfaces, toutes sortes de lignes horaires & autres cercles de la sphere. Avec quelques instrumens pour la mesme pratique, & pour connoistre les heures durant la nuict & l’heure du flus & reflus de la mer. Plus la methode de couper, en pierre ou en bois, les corps reguliers & autres polyëdres, par le cube & par la cylindre. Reveu, corrigé & augmenté en cette troisiéme édition, de plusieurs propositions & figures. Paris, Jean Dupuis 1665. Kl.-8°. Gestoch. illustr. Frontispiz, [7] Bl., 312 S., [1] w. Bl. u. 70 (2 gefalt.) gestoch. Tafeln. Hldr. d. 19. Jahrhunderts mit goldgepr. Rückentitel u. Linienverg.
Houzeau-Lancaster I, 11455 (diese Ausgabe). – Zuerst 1641 erschienenes ausführliches technisches Handbuch. – Behandelt werden mathematische und nautische Instrumente, Zeitmessung, Globen, Kompasse, Gezeiten etc. – Die Kupfer zeigen Sonnenuhren, Tierkreiszeichen, physikalische Instrumente, mathematische Figuren u.a. – Vorderes Innengelenk angebrochen, fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand, das Frontispiz oben bis zum Bildrand beschnitten, Tafel 69 fehlt, dafür Tafel 70 doppelt vorhanden, die Tafeln 65-67 in umgekehrter Reihenfolge eingebunden, stellenweise teils stärker gebräunt u. leicht braunfl., gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Astrologie, Geodäsie, Horology, Mathematik, Nautik, Nautische Instrumente, Navigation, Physik, Sonnenuhren, Sundials, Technik, Uhren |
320,-- | ![]() |
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| Aristoteles – Colegio de Carmelitas Descalzos (Alcalá de Henares). Collegii Complutensis Sancti Cyrilli Discalceatorum Fratrum Ordinis B. Mariæ de Monti Carmeli, disputationes in octo libros Physicorum Aristotelis. Iuxta miram angelici doctoris D. Thomæ doctrinam & Schola eius doctrinam, eidem communi magistro, et Florentissimæ scholæ dicatæ. Lugduni (Lyon), H. Boissat & G. Remeus 1668. 4°. Titel mit großer Druckermarke (Segelschiff) in Holzschnitt, [3] Bl., 303 S. Hprgt. d. Zt.
In sich abgeschlossener Band II (von 4) der seltenen Aristoteles-Kommentare des spanischen Karmeliterordens. – Titel mit Stempeln eines südfranzösichen Domenikaner-Klosters u. kleinem Brandloch, durchgehend leicht braunfleckig u. gebräunt, gutes Exemplar. Schlagwörter: Logik, Naturwissenschaften, Philosophie, Physics, Physik |
250,-- | ![]() |
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