Liederhandschriften
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| Silcher, Friedrich. Stimmen der Völker in Liedern und Weisen. Deutsche und ausländische Volkslieder für eine oder zwei Singstimmen mit Begleitung des Pianoforte oder der Guitarre. Erstes (und) Zweites Heft: Op. 46 (und) 66. 2. Auflage. 2 Hefte in 1 Band. Tübingen, H. Laupp o. J. (um 1850). Quer-4° (21,5 x 25,5 cm.). 32 S. mit Musiknoten. Halblederband der Zeit mit handschr. Deckelschild (Orig.-Umschlag beigebunden).
Die beiden gedruckten Hefte enthalten zusammen 23 Volkslieder; dazu sind weitere 66 bekannte Lieder mit Musiknoten in deutscher Handschrift beigebunden. Die beiden gedruckten Hefte mit schwäbischen, irischen, schottischen, dänischen, französischen, russischen und sizilianischen Volksliedern. Die Handschrift enthält u. a. Sichers Vertonung von Heines Gedicht „Lore-Ley“, Uhlands „Der Wirthin Töchterlein“ und Hauffs „Ulrich in der Nebelhöhle“. Außerdem einige Lieder aus Österreich, der Schweiz und ein Lied aus Mozarts „Zauberflöte“. – „Als Mitherausgeber des „Allgemeinen Deutschen Commersbuches“ (1858) neben Wilhelm v. Zuccalmaglio (1803–69) und Ludwig Erk (1807–83) gilt S. jedoch mit seinen etwa 320 dt. und ausländische Lieder enthaltenden Anthologien (1826–60) als einer der bedeutendsten Liedsammler und als erfolgreichster Komponist von Liedmelodien im 19. Jh. Seine Johann Friedrich Reichardt und Mozart nahestehenden, auf eine stilgerechte Formel gebrachten Melodien und die auf Homophonie ausgerichteten, bewußt schlicht gestalteten Sätze wurden als modellhaft angesehen. Nicht nur seine gesammelten und bearbeiteten, sondern auch die im Sinne des Volkstons erfundenen Liedvertonungen wurden selbst zu international bekannten Volksliedern, darunter die für Julie Hausmanns 1862 gedichtetes Trauungslied „So nimm denn meine Hände“ verwendete Melodie (1842), das „Ännchen von Tharau“ (1827), Heinrich Heines „Loreley“ (1838) oder Wilhelm Müllers „Am Brunnen vor dem Tore“ (nach Franz Schubert, 1846)“ (F. Brusniak in NDB XXIV, 412 ff.). – Kanten teils stärker bestoßen, zeitgenöss. Besitzvermerk des Schreibers (dat. 1858), stellenweise etwas fleckig, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Handschriften, Lieder, Liederbücher, Liederhandschriften, Volkslieder, Volksmusik |
200,-- | ![]() |
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