Schmal, Allgemeine Automobil-Zeitung. Berlin und Wien 1901-1902
Schmal, Allgemeine Automobil-Zeitung. Berlin und Wien 1901-1902
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(Schmal, Adolf und Felix Sterne, Hrsg.). Allgemeine Automobil-Zeitung (AAZ). Illustriertes, wöchentlich (jeden Mittwoch) erscheinendes Fachblatt für Automobilismus. Officielle Mittheilungen des Deutschen (und) Oesterreichischen Automobil-Club. II. Jahrgang, Band I und II, Nr. 1-52. (Und): III. Jahrgang, Band I, Nr. 1-26. 3 Bände. Berlin und Wien, Deutscher und Oesterreichischer Automobil-Club 1901-1902. 4° (29 x 22,5 cm.). Mit zahlreichen Abbildungen. Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückentiteln und Linienvergoldung. Vollständiger zweiter Jahrgang und erster Band des dritten Jahrgangs der bedeutenden ersten Automobil-Zeitschrift. Die österreichische Ausgabe erschien wöchentlich bis 1938; die deutsche Ausgabe stellte erst 1943 ihr Erscheinen ein. – Am 10. März 1901 berichtete die AAZ ausführlich über die spektakulären Testfahrten eines neuartigen Motorschlittens auf den verschneiten Straßen Nürnbergs. Das vom Ingenieur Maurer (Nürnberger Motorfahrzeug-Fabrik „Union“) entwickelte Gefährt besaß Kufen statt Vorderrädern und bewies, dass Automobile auch im tiefsten Winter einsatzbereit sein können. Außerdem enthält der zweite Jahrgang interessante Berichte über das erste moderne Automobil, den Mercedes 35 PS und dessen wegweisenden Erfolgen bei der Rennwoche in Nizza. Mit seinem niedrigen Schwerpunkt, dem leichten Pressstahlrahmen und dem revolutionären Bienenwabenkühler setzte das Fahrzeug Maßstäbe, die das Profildesign von Autos weltweit für Jahrzehnte veränderten. Die Fernfahrt Paris–Berlin im Juni 1901 war das Medienereignis des Jahres. Die AAZ begleitete das prestigeträchtige Event, bei dem Henri Fournier auf einem Mors-Rennwagen siegte, mit dramatischen Berichten über die Etappen, die Staubentwicklung und die Begeisterung der Massen entlang der Strecke. Im ersten Halbjahresband 1902 berichtet die AAZ über die Fernfahrt Wien–Paris im Juni 1902. Das Rennen gilt als historischer Meilenstein, da hier erstmals die leichten, agilen französischen Wagen (wie der Renault von Marcel Renault) gegen die schweren, PS-starken Boliden gewannen. Im Frühjahr 1902 widmete sich die Zeitung in mehreren Artikeln intensiv dem Vergleich von Dampfwagen und Benzinautomobilen. Während in den USA Dampfwagen (wie jene von Stanley oder White) extrem populär waren, analysierte die AAZ präzise, warum sich der Verbrennungsmotor in Europa durchsetzte. – Der österreichische Fecht- und Radsportler und Journalist Adolf Schmal (1872-1919) gründete zusammen mit Journalist und Verleger Felix Sterne (1855-1933) am 7. Januar 1900 die AAZ. „Sterne fungierte als Chefredakteur, Schmal als „rasender Reporter“. In dieser Funktion besuchte Schmal Auto-Salons in ganz Europa, um sich über die neuesten technischen Entwicklungen zu informieren. Er engagierte sich für die Akzeptanz des Autos in der Bevölkerung, die den neuen Fahrzeugen zunächst skeptisch gegenüberstand. 1901 strengte er nach einem Unfall mit einem Pferdegespann einen Musterprozess an, um die grundsätzliche Verantwortlichkeit von Autofahrern zu klären: Obwohl er die Hupe betätigt hatte, war es zum Zusammenstoß gekommen. 1902 bestritt Adolf Schmal mit einem Motorrad eine „Tausend-Kilometer-Fahrt“ durch Österreich. Er prophezeite, dass aus jedem Radfahrer ein Motorradfahrer werden würde, sobald er das Geld habe, eines zu kaufen. Er regte Alpen-Tourenfahrten an, die vom Österreichischen Touring-Club organisiert wurden und sich zu den bedeutendsten Wettbewerben für Tourenwagen entwickelten“ (Wikipedia). – Alle Hefte auch mit teils ganzseitigen Werbeanzeigen von Auto-Herstellern und Zulieferer. – Rücken etwas berieben, sonst sehr gut erhalten.
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