Freimaurer
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Beschreibung Gesamte Buchaufnahme |
Preis EUR |
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| Das protestantische Freymaurerklerikat. Aus den eigenen Schriften und ungedruckten Papieren desselben gezogen. Mit Protokollen. Ohne Ort und Druck (Greiz, Henning) 1788. 8°. 136 S. Pappband der Zeit.
Kloss 2734. VD18 10603794. Nicht bei Wolfstieg. – Sehr seltene kirchenkritische Streitschrift der Aufklärung. Mit den „Beylagen zum protestantische Freymaurerklerikat oder Belege zur Geschichte der Gesellschaft reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit. Nach ihren ungedruckten handschriftlichen Originalen.“ – Der anonyme Verfasser bezieht sich dabei wohl auf die von Johann August Urlsperger (1728-1806) 1780 in Basel gegründete „Deutsche Gesellschaft thätiger Beförderer reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit“ (Deutsche Christentumsgesellschaft). – „Sie wurde zum Sammelbecken pietistisch-gegenaufklärerischer Kräfte, in dem sich im gesamten dt. Sprachraum zahlreiche, miteinander vernetzte „Partikulargesellschaften“ zusammenschlossen, die v. a. von mittelständischen, überkonfessionell gesinnten Laien getragen wurden. Zu U.s Bedauern verwarf sie schon 1785 die ursprünglich apologetisch-theol. Zielsetzung und konzentrierte sich ausschließlich auf die zweite Ausrichtung, die Erbauung und missionarisch-karitative Arbeit. U. entfremdete sich zunehmend von der Dt. Christentumsgesellschaft und verfolgte nach 1790 die Errichtung eines theol. Seminars, wozu er vermutlich sogar Ks. Franz II./I. zu gewinnen suchte. Am Lebensende verarmt und gesundheitlich zerrüttet, siedelte er 1796 mit seiner kranken Gattin nach Oettingen im Ries über. Er starb auf einer Reise nach England im Hamburger Freimaurerhospital“ (W. Raupp in NDB XXVI, 671 ff.). – „Und obgleich die Satzungen und Grundzüge der Gesellschaft von U. mit solcher Mäßigung und Weisheit abgefaßt waren, daß ein Blatt wie die Fliegenden Blätter für Toleranz und Aufklärung in Dessau, das sich die Mühe gab, die grundlegenden Schriften in wesentlich erschöpfenden Auszügen abzudrucken, nichts dagegen einzuwenden vermochte, so hinderte das nicht daran, daß alsbald gegen U. und seine Gründung von den tonangebenden kritischen Organen, wie von Nicolai und der Allgem. D. Bibliothek, der Berliner Monatsschrift, der allgem. (Jenaischen) Litteraturzeitung oder in anonymen Pamphleten, wie in: ‚Ueber Jesuitismus, Lavaterianismus und Urlspergerianismus‘. Krakau (Nürnberg) 1787, ‚Das protestantische Freymaurerklerikat‘, 1788, die schlimmsten und thörichtsten Anklagen und Verdächtigungen von geheimer jesuitischer Leitung, hierarchischem Streben, allgemeiner Religionsvereinigung, fanatischem Unchristenthum, Feindschaft gegen den Culturfortschritt erhoben wurden, ganz abgesehen von Beleidigungen und pöbelhaften Schmähungen, an denen es auch nicht fehlte“ (E. Jacobs in ADB XXXIX, 355 ff.). – Einband etwas berieben, vorderes Gelenk im oberen Drittel mit Wurmspuren, stellenweise etwas braunfleckig, gutes Exemplar. Schlagwörter: Aufklärung, Freimaurer, Freimaurerei, Masonica, Protestantismus |
600,-- | ![]() |
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| Meyern (eig. Meyer), W(ilhelm) F(riedrich) v. Dya-Na-Sore oder: Die Wanderer. (Herausgegeben von Ernst Freiherr v. Feuchtersleben). 3., vollständige Original-Auflage. 5 Bände. Wien, Ignaz Klang 1840-1841. 8°. VIII, [1] Bl., 234 S.; Titel, 260 S.; 274 S., [1] Bl.; 258 S.; 305 S., [1] S. Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückentiteln.
Ackermann V, 216. Bloch 2, 2135. Goedeke V, 460. Kosch X, 1013. NDB XVII, 397. Wolfstieg 41514. – Maßgebliche Ausgabe des bedeutenden utopischen Romans, gegenüber der ersten Ausgabe von 1787 wesentlich erweitert. – Von Schiller rezensiert, von Goethe gelesen und wohl von Nietzsche gedanklich ausgebeutet bietet Meyern als erster in unserer neueren Literatur die unheilschwangere Phantasmagorie eines spartanischen Heldenstaates, die in Sprachbildern von düsterer Schönheit noch heute ihren Zauber nicht verloren haben. Es „… findet sich hier viel Tiefes und Originelles, von einzigartigem, starkem Denkvermögen zeugend. Danach ist die Vergessenheit, in welche M. gesunken ist, als bitteres Unrecht zu beklagen. Seine Sprache ist ungemein kräftig, schwungvoll, ja fast dithyrambisch, reich an neuen, frischen Wortbildungen und Zusammensetzungen, kühnen Bildern und Wendungen, dabei knapp, präcis und in hohem Grade eindrucksvoll“ (Schönbach in der ADB). „Liest man, was Arno Schmidt in seinem Radio-Essay und Wolfgang Harich in seinem Jean-Paul-Buch über ‚Dya-Na-Sore’ zu sagen haben, will man nicht glauben, daß beide vom selben Gegenstand handeln. Meyerns politisches Ideal ist für Schmidt ‚das niedrigste, was es überhaupt geben kann: das Kriegerische!‚, für Harich aber ist es das höchste: das demokratischer Revolution … Daß mit dem l. Band von ‚Dya-Na-Sore‘ der Anfang eines politisch-brisanten Romans vorlag, wußten weder Schiller noch Schink, die ihn rezensierten … Bedenkt man, wann und wo dieser Roman geschrieben wurde, so ist das erstaunlich mutig und erklärt den Erfolg, den er trotz seiner künstlerischen Schwächen hatte. Doch vergeht einem die Freude an dieser demokratischen Literaturtradition, wenn man sieht, wie stark hier schon vorgebildet ist, was später einmal, 1933, ‚Nationale Revolution’ genannt werden wird: Vergottung des Staates, Elite-Denken, Nationalhaß, Militarismus und Verherrlichung des Krieges – alles das also, was Arno Schmidt dazu veranlaßte, den Roman für Wehrkreisbüchereien zu empfehlen“ (aus G. de Bruyns Nachwort‚ Taten und Tugenden. M. und sein deutsches Revolutionsmodell’ zur Neuausgabe von 1979, S. 951 ff.). – Rücken etwas berieben, Name auf den Vorsätzen, stellenweise etwas braunfleckig, gutes Exemplar. Schlagwörter: Freimaurer, Freimaurerei, Phantastik / Utopie |
200,-- | ![]() |
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| Meyern (eig. Meyer), W(ilhelm) F(riedrich) v. Dya-Na-Sore oder: Die Wanderer. (Herausgegeben von Ernst Freiherr v. Feuchtersleben). 3., vollständige Original-Auflage. 5 Bände. Wien, Ignaz Klang 1840-1841. 8°. VIII, [1] Bl., 234 S.; Titel, 260 S.; 274 S., [1] Bl.; 258 S.; 305 S., [1] S. Halbleinenbände der Zeit mit goldgepr. Rückentiteln und dezenter Rückenvergoldung.
Ackermann V, 216. Bloch 2, 2135. Goedeke V, 460. Kosch X, 1013. NDB XVII, 397. Wolfstieg 41514. – Maßgebliche Ausgabe des bedeutenden utopischen Romans, gegenüber der ersten Ausgabe von 1787 wesentlich erweitert. – Von Schiller rezensiert, von Goethe gelesen und wohl von Nietzsche gedanklich ausgebeutet bietet Meyern als erster in unserer neueren Literatur die unheilschwangere Phantasmagorie eines spartanischen Heldenstaates, die in Sprachbildern von düsterer Schönheit noch heute ihren Zauber nicht verloren haben. Es „… findet sich hier viel Tiefes und Originelles, von einzigartigem, starkem Denkvermögen zeugend. Danach ist die Vergessenheit, in welche M. gesunken ist, als bitteres Unrecht zu beklagen. Seine Sprache ist ungemein kräftig, schwungvoll, ja fast dithyrambisch, reich an neuen, frischen Wortbildungen und Zusammensetzungen, kühnen Bildern und Wendungen, dabei knapp, präcis und in hohem Grade eindrucksvoll“ (Schönbach in der ADB). „Liest man, was Arno Schmidt in seinem Radio-Essay und Wolfgang Harich in seinem Jean-Paul-Buch über ‚Dya-Na-Sore’ zu sagen haben, will man nicht glauben, daß beide vom selben Gegenstand handeln. Meyerns politisches Ideal ist für Schmidt ‚das niedrigste, was es überhaupt geben kann: das Kriegerische!‚, für Harich aber ist es das höchste: das demokratischer Revolution … Daß mit dem l. Band von ‚Dya-Na-Sore‘ der Anfang eines politisch-brisanten Romans vorlag, wußten weder Schiller noch Schink, die ihn rezensierten … Bedenkt man, wann und wo dieser Roman geschrieben wurde, so ist das erstaunlich mutig und erklärt den Erfolg, den er trotz seiner künstlerischen Schwächen hatte. Doch vergeht einem die Freude an dieser demokratischen Literaturtradition, wenn man sieht, wie stark hier schon vorgebildet ist, was später einmal, 1933, ‚Nationale Revolution’ genannt werden wird: Vergottung des Staates, Elite-Denken, Nationalhaß, Militarismus und Verherrlichung des Krieges – alles das also, was Arno Schmidt dazu veranlaßte, den Roman für Wehrkreisbüchereien zu empfehlen“ (aus G. de Bruyns Nachwort‚ Taten und Tugenden. M. und sein deutsches Revolutionsmodell’ zur Neuausgabe von 1979, S. 951 ff.). – Sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Freimaurer, Freimaurerei, Phantastik / Utopie |
240,-- | ![]() |
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