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Moeller, Adolf Hitler: Mein Frieden

Moeller, Adolf Hitler: Mein Frieden

Moeller, Edwin E. (d. i. Hanns Kurth ?). Adolf Hitler: Mein Frieden. (Roman). Frankfurt am Main, Reihenbuch-Verlag 1952. 8°. 288 S. OLn. mit goldgepr. Rückentitel u. Deckelvignette.

Seltene erste Ausgabe des Satirisch-utopischen Romans. – „Ganz bewusst ist das Titelbild der damaligen Leihbuchausgabe provozierend provokant an Hitlers “Mein Kampf” angelehnt und prompt von der Bundesprüfstelle auf den Index gesetzt. Dieses umgehende Verbot macht den Text zu einem der seltensten Leihbücher … Das es sich dabei um eine Satire nicht nur auf Hitlers größenwahnsinnige Welteroberungspolitik handelt, sondern der Bogen ein wenig weiter über den übertriebenen Pazifismus der Amerikaner insbesondere den politischen Antagonisten wie der Sowjetunion gegenüber gespannt wird, scheint erst im Laufe der sprachlich erstaunlich ansprechend geschriebenen Lektüre offensichtlich. Von Beginn an macht der Autor allerdings klar, das er weder von Adolf Hitler noch seinen Vasallen viel gehalten hat. Ein Walfischfänger findet in der Nähe Grönlands eine Flaschenpost. Der Sektflasche aus der Rippentrop Produktion entströmt beim Öffnen ein bräunlicher Gestank. Darin ist eine Botschaft von zwei geflüchteten deutschen Soldaten, die Adolf Hitler mit kleinem Stab nach Grönland geflogen haben … “Adolf Hitler- mein Frieden” ist sicherlich weniger ein utopischer Roman, sondern eine bissige Satire auf die Ewiggestrigen, die dem Führer nachtrauen und dessen Kriegstreibende Menschen verachtende Politik, die sich leichter als Satire erkennen lässt und zusammen mit Otto Basils “Wenn das der Führer wüsste” sicherlich zu den besseren Antinationalsozialistischen Texten gezählt werden muss. Das Verbot durch die Bundesprüfstelle ist angesichts der damaligen Aufmachung allerdings auch verständlich, zumal zwischen den Zeilen immer wieder der historisch leider allzu bekannte Führer des Dritten Reiches hervorschimmert und seine volksnationalen Parolen schwingt, wobei er sich von der Dummheit seiner Gesellen der ersten Stunde deutlich distanziert und seine eigene Politik glorifiziert. Als Ganzes betrachtet ist “Adolf Hitler- mein Frieden” sicherlich eine auch aus heutiger Sicht interessante, nicht ganz zufrieden stellende – welcher Text über das Dritte Reich ist das schon – satirische Groteske, die ein Mel Brooks oder mit Abstrichen junger Woody Allen sicherlich glänzend verfilmt hätte“ (Th. Harbach in seiner Rezension zum Nachdruck von 2011). – Hanns Kurth, auch Hans Kurth, (1894-1968) war ein österreichischer Film- und Theaterschauspieler mit langjähriger Karriere am Volkstheater in Wien. – Name auf Vorsatz, papierbedingt leicht gebräunt, sehr gutes Exemplar.

Unser Preis: EUR 70,-- 

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